Antisemitismus

Zahl antisemitischer Straftaten in Sachsen auf neuem Höchststand

2018 seien 138 Fälle gemeldet worden, 2017 seien es 118 gewesen.

Die Zahl antisemitischer Straftaten hat in Sachsen im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. 2019 wurden 156 solcher Delikte bekannt, wie aus Antworten der Landesregierung auf parlamentarische Anfragen der Linksfraktion im Landtag hervorgeht. 2018 seien 138 Fälle gemeldet worden, 2017 seien es 118 gewesen, teilte die Abgeordnete Kerstin Köditz am Mittwoch in Dresden mit. Sie fragt die Zahlen monatlich bei der Landesregierung ab.

Bei den Delikten handelte es sich demnach vorrangig um Volksverhetzung (72) und um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (42). Hinzu kämen Beleidigungen und Bedrohungen (8) sowie zwei Körperverletzungen, so die Abgeordnete. 144 und damit mehr als 90 Prozent aller erfassten Vorfälle wurden als rechtsmotivierte Straftaten eingestuft. Der Rest entfällt auf den Bereich "ausländische Ideologie" (4), war religiös (3) oder links motiviert (2). Drei Fälle konnten keinem Bereich zugeordnet werden.

Die steigende Zahl registrierter Straftaten in den vergangenen Jahren könnten Köditz zufolge teilweise mit einer gewachsenen Sensibilität für judenfeindliche Taten erklärt werden. „Allerdings ist auch zu erkennen, dass inzwischen das Internet von großer Bedeutung ist“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion. In mehr als einem Drittel der Fälle (53) habe es sich um Hass-Postings und um Leugnen des Holocausts in sozialen Netzwerken sowie um per E-Mail versandte Drohschreiben gehandelt. (dpa)

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