Nach Video über Schulöffnung

Schulöffnungen in der Corona-Krise? FDP wirft Rezo „Populismus“ vor

  • Sophie Vorgrimler
    vonSophie Vorgrimler
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Youtuber Rezo kritisiert in einem neuen Video die geplanten Schulöffnungen in der Corona-Krise. Dafür muss er nun selbst Kritik einstecken.

  • Der Youtuber Rezo hat erneut mit einem Video für Aufruhr gesorgt
  • Er kritisiert darin die geplanten Schulöffnungen während der Corona-Krise
  • Nun bekommt Rezo dafür einiges Gegenwind

In einem „spontanen“ Video mit mehr als 80 Fußnoten kritisiert der Youtuber Rezo Bildungspolitiker und ihren Umgang mit Schülern und Abiturienten während der Corona-Krise – und bekommt nun Gegenwind.

Viele unzufriedene Schüler und Schülerinnen hätten den Youtuber dazu aufgefordert, sich zu diesem Thema zu äußern, sagt Rezo. Nach nicht einmal 24 Stunden hat das 20-minütige Video „Wie Politiker momentan auf Schüler scheißen ...“ weit mehr als eine Million Zuschauer, und Tausende Personen haben sich in Kommentaren dazu geäußert. Ein knappes Jahr nach der viel beachteten Kritik an der CDU hat der 27-Jährige Grimme-Preisträger offenbar einen Nerv getroffen bei seiner jungen Zielgruppe, die sich derzeit zu Hause mehr oder weniger selbst beschult - und findet, die Schulen sollten nicht schon wieder öffnen.

Video zu Schulöffnung und Corona: Kritik an Rezo

Wie schon nach der CDU-Kritik im vergangenen Jahr fühlen sich auch jetzt Verantwortliche herausgefordert. Schneller als Philipp Amthor (CDU) 2019 kontern konnte, hat das beim Thema Bildung nun Matti Karstedt (FDP) getan. Während Schülerinnen und Schüler in den Kommentaren loben, dass jemand Politik endlich mal so erklärt, dass sie es verstehen, verurteilt der 23-Jährige Rezos Schlussfolgerung als „populistisch“. Dass am Ende des Videos alle Kultusminister (größtenteils von CDU, SPD, FDP und einmal von der Linken) eingeblendet würden - mit der Aufforderung, diese Parteien nicht mehr zu wählen - nutze nur „populistischen Rattenfängern“. „Diese Botschaft, in diesen Zeiten, bei deiner Reichweite - das ist verantwortungslos“, sagt Karstedt.

Kritik übt Rezo insbesondere an den geplanten Schulöffnungen. Während „alle zu Hause bleiben sollen“, würden Schüler mit der Angst zur Schule gehen, sich und die Familie anzustecken. Viele Anhänger stimmen ihm zu: „Die Bahnen sind nach Schulschluss so verdammt voll, dass meistens nicht mal alle in eine Bahn passen. Wie soll man da bitte Sicherheitsabstand halten?“, fragt sich eine Schülerin in den Kommentaren.

Rezo schlägt Durchschnittsabitur vor - Lehrerpräsident: „Ungerecht“

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Lehrerverbands, hält dagegen. „Klar hätten wir uns mehr Vorlauf gewünscht, um Hygieneschutzmaßnahmen umzusetzen“, sagte er dem Portal watson.de. Da aber mit den Abschlussklassen nur 15 Prozent zurückkehren würden, könnten die Corona-Regeln eingehalten werden.

Der zweite große Kritikpunkt des Youtubers ist die ungewisse Situation, in der Abiturienten jetzt Prüfungen ablegen sollen. Das Durchschnittsabitur aus bisherigen Noten, das Rezo sich gewünscht hatte, ist dem Lehrerpräsidenten nach ungerecht.

Von Sophie Vorgrimler

Die Corona-Krise verstärkt das Kardinalproblem des deutschen Bildungssystems: die mangelnde Chancengleichheit. Der Gastbeitrag.

Rubriklistenbild: © Rezo/Youtube/Screenshot

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