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Hongkonger Schüler bei einer Kundgebung.

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Youtube sperrt 210 Kanäle wegen Videos zu Hongkong

Die Online-Videoplattform Youtube hat mehr als 200 Kanäle gesperrt, die in einer koordinierten Aktion Stimmung gegen die Demokratiebewegung in Hongkong gemacht haben sollen.

Die Online-Videoplattform Youtube hat 210 Kanäle gesperrt, die in einer koordinierten Aktion Stimmung gegen die Demokratiebewegung in Hongkong gemacht haben sollen. Auf den Kanälen seien in koordinierter Art und Weise Videos zu den Protesten in Hongkong hochgeladen worden, erklärte der Mutterkonzern Google am Donnerstag. Die Erkenntnisse würden sich decken mit Erklärungen der Onlinedienste Twitter und Facebook zu China.

Twitter und Facebook hatten China zu Wochenbeginn vorgeworfen, eine Online-Manipulationskampagne gegen die Demokratiebewegung in Hongkong zu fahren. Die US-Konzerne sperrten deswegen zahlreiche Nutzerkonten. Twitter sprach vom Versuch, „politische Zwietracht“ in Hongkong zu säen. Ziel sei es unter anderem gewesen, die „Legitimität und die politischen Positionen der Protestbewegung“ in der chinesischen Sonderverwaltungszone zu schwächen.

Für Freitag hatten Demonstranten in Hongkong eine Menschenkette nach dem Vorbild des „Baltischen Wegs“ von 1989 angekündigt. Am 23. August vor genau 30 Jahren hatten rund zwei Millionen Balten mit einer 600 Kilometer langen Menschenkette durch die damaligen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen gegen die Sowjetherrschaft und für ihre Freiheit demonstriert.

Für das Wochenende werden in Hongkong weitere Massenproteste erwartet. Am Freitag kursierten in Hongkong Pläne, wonach am Samstagmorgen Zufahrtswege zum Flughafen blockiert werden sollen. Vergangene Woche war es am Airport zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Eine einstweilige Verfügung verbietet nun weitere Proteste am Hongkonger Flughafen. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag sind auch Märsche durch Hongkong geplant. Außerdem meldete der Hongkonger Rundfunk RTHK, dass Studenten den Unterricht von Anfang September für zunächst zwei Wochen boykottieren wollen.

In Hongkong gibt es seit Wochen Massendemonstrationen für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Die Millionenmetropole gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China. Die chinesische Regierung hat den Demonstranten in der Sonderverwaltungszone zuletzt immer unverhohlener gedroht. So brachte sie die Demonstranten mit „Terrorismus“ in Verbindung und schickte Truppen an die Grenze. Zuletzt wuchs deswegen die Sorge vor einem chinesischen Militäreinsatz. (afp/dpa)

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