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Der frühere Bundespräsident Christian Wulff.

Korruptionsvorwürfe

Wulff wehrt sich gegen Staatsanwälte

Der Anwalt des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff erhebt schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft. So sei Wulff von den Ermittlern zum Lügner erniedrigt worden.

Der Anwalt des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff erhebt schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft. So sei Wulff von den Ermittlern zum Lügner erniedrigt worden.

Erstmals seit seinem Rücktritt am 17. Februar 2012 hat sich der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff einem Zeitungsbericht zufolge gegen die Korruptionsvorwürfe zur Wehr gesetzt.
Sein Anwalt Bernd Müssig habe eine 65-seitige Anklageerwiderung beim Landgericht Hannover eingereicht, berichtete „Bild am Sonntag“. Darin erhebe der Anwalt schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft.
Müssig habe das Schreiben bereits Mitte Juni beim Landgericht Hannover eingereicht., hieß es weiter. Darin würden schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft erhoben. So sei Wulff von den Ermittlern zum Lügner erniedrigt worden.

Entscheidung in der nächsten Wochen

In dem Schriftsatz werde die Anklage als denunziatorischer, persönlich Angriff auf Wulff bezeichnet. Müssig forderte nun, einen Prozess gegen Wulff mangels hinreichenden Tatverdachts nicht zu eröffnen.

Wulff war Mitte April wegen des Verdachts der Bestechlichkeit angeklagt worden. Ein Angebot der Staatsanwaltschaft zur Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflagen hatten er und der Filmproduzent David Groenewold abgelehnt. Wulff hätte 20.000 Euro zahlen und damit auch strafrechtliche Verantwortung übernehmen sollen. Darauf wollte er nicht eingehen.

Groenewold hatte 2008 einen Teil der Kosten für einen Oktoberfestbesuch des Ehepaares Wulff in München übernommen. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident wusste davon nach eigenen Angaben nichts.
Aus Sicht der Staatsanwaltschaft in Hannover sollte Wulff so motiviert werden, für ein Filmprojekt Groenewolds um Geld zu werben, was er einige Wochen später auch tat.
Er soll demnach beim Siemens-Konzern für den Film des Bekannten geworben haben. Nach Darstellung Müssigs erfuhr Wulff dagegen erst im Januar 2012, dass Groenewold damals einen Teil der Hotelkosten übernommen hatte.
Ein Vorteil für Wulff habe ohnehin nicht entstehen können, da die Auslagen sowieso dienstlich erstattet worden wären, heißt es im Bericht der „Bild am Sonntag“.
Der Richter wolle in den kommenden Wochen entscheiden, ob es zu einem Prozess gegen den Ex-Bundespräsidenten kommt. (dpa)

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