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Julia Klöckner hat den Wolf als Wahlkampfthema entdeckt.
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Julia Klöckner hat den Wolf als Wahlkampfthema entdeckt.

Bundestagswahl

Wahlkampf um den Wolf: Julia Klöckner fordert härtere Gangart gegen Wölfe

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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Julia Klöckner (CDU) will dem Wolf in Deutschland den Kampf ansagen. Grund sind gerissene Nutztiere – und die Bundestagswahl im Herbst.

Osnabrück – Wölfe, die quer durch Deutschland wandern und Weidetiere reißen, davon hat man in der Vergangenheit immer wieder gehört. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will dem Wolf nun im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 den Kampf ansagen. Sie und ihre Partei setzten sich für ein „regionales Bestandsmanagement“ ein, sagte Klöckner der Neuen Osnabrücker Zeitung. Kurzum: Wo der Wolf zur Bedrohung werde, soll er abgeschossen werden.

Die CDU wolle sich nicht mit der wachsenden Bedrohung durch den Wolf insbesondere auf dem Land abfinden, sagte Klöckner. „2019 hatten wir durch Wolfsrisse fast 3000 tote oder verletzte Nutztiere“, sagte die Ministerin. Zum Vergleich: Der Bestand von Nutztieren in Deutschland, darunter Hühner, Schweine und Rinder, liegt bei über 200 Millionen Tieren. Klöckner betonte jedoch, dass es ihr nicht darum ginge, den Wolf in Deutschland erneut auszurotten.

Der Wolf verbreitet sich wieder in Deutschland. Julia Klöckner (CDU) fordert ein härteres Vorgehen gegen das Tier. (Symbolbild)

Der Wolf in Deutschland: Julia Klöckner will stärkere Bejagung

Klöckner könne gut nachvollziehen, dass Eltern auch um ihre Kinder besorgt seien. Angriffe auf Menschen, geschweige denn Kinder gab es in Deutschland jedoch nicht. Die Angst vor dem Wolf wurde in der Vergangenheit, jedoch insbesondere von der rechtsextremen AfD, immer wieder geschürt. Die Rechtspopulisten haben sogar eigene Wolfsbeauftragte. Insbesondere auf dem Land will die AfD damit bei den Bauern punkten – die jedoch zur Kernwählerschaft der CDU zählen. Klöckners Vorstoß ist so sicherlich auch als Zeichen an die CDU-Basis zu deuten.

2019 hatte die Bundesregierung bereits eine Verschärfung des Bundesnaturschutzgesetzes auf den Weg gebracht. Diese „Lex Wolf“ habe jedoch nicht gereicht, so Klöckner gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Insbesondere im stark agrarisch geprägten Niedersachsen wachse die Sorge vor dem Wolf. Selbst SPD-Politiker aus Niedersachsen forderten in Briefen schärfere Maßnahmen, sagte Klöckner. Bundesumweltministerium Svenja Schulze (SPD) blockiere jedoch diese Versuche. Klöckner sagte dazu: „Diese Blockadehaltung halte ich für weltfremd.“

Deutschland: Die Rückkehr des Wolfes sorgt für einige Probleme

Der Wolf war einst in Deutschland komplett ausgerottet, seit 20 Jahren ist er jedoch wieder zurückgekehrt, insbesondere im Norden und Osten Deutschlands. Einzelne Tiere und kleine Gruppen sind aber auch im Südosten Deutschlands anzutreffen. Dies führt immer wieder zu Konflikten mit Nutztierhaltern, wie die afp berichtet. In den meisten Bundesländern wird auf eine Abschreckung des Wolfs gesetzt. Bejagt werden darf das streng geschützte Tier nur in Ausnahmefällen und mit behördlicher Genehmigung. 2019/2020 schätze das Bundesamt für Naturschutz die Zahl der frei lebenden Wolfsrudel auf 128, dies sind 23 mehr als noch ein Jahr zuvor. Der Großteil davon lebt in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Zu Angriffen von Wölfen auf Nutztiere kommt es immer wieder. Direkte Zusammenstöße mit dem Menschen gibt es jedoch nur sehr selten. Laut Zahlen des International Fund for Animal Welfare (ifaw) wurden in den vergangenen 18 Jahren in Nordamerika und Europa zusammen nur 14 Personen von Wölfen angegriffen. In zwei Fällen, beide in Nordamerika, waren diese Angriffe tödlich. In fast allen Fällen sind Krankheiten, wie etwa Tollwut oder Anfütterung durch den Menschen als Grund für den Angriff zu nennen. (als mit afp)

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