1. Startseite
  2. Politik

Vor WM 2022: Außenminister von Katar übt scharfe Kritik – „arrogant und rassistisch“

Erstellt:

Von: Melanie Gottschalk

Kommentare

Vor der WM 2022 in Katar findet der Außenminister des Emirats deutliche Worte – und hält die Kritik der deutschen Politik für eine Doppelmoral.

Berlin - In wenigen Wochen beginnt die WM 2022 in Katar. Der Außenminister des Emirats hält die Kritik aus der deutschen Politik am Gastgeber des Fußball-Turniers für Doppelmoral. „Auf der einen Seite wird die deutsche Bevölkerung durch Regierungspolitiker falsch informiert, auf der anderen hat die Regierung kein Problem mit uns, wenn es um Energiepartnerschaften geht oder um Investitionen“, sagte Mohammed bin Abdulrahman Al Thani der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Er könne nicht verstehen, dass für den WM-Ausrichter „auf einmal andere Maßstäbe“ gelten würden. „Das ist nicht die Art von Beziehung, die wir zwischen zwei Ländern wie Deutschland und Katar sehen wollen“, sagte der Außenminister des Emirats kurz vor der WM 2022.

Vor WM 2022: Außenminister Al Thani findet Kritik an Regierung unfair

Zuletzt hatte es vor dem Besuch der auch für den Spitzensport zuständigen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in Katar Misstöne gegeben, weil die SPD-Politikerin die Vergabe der Weltmeisterschaft an das arabische Land kritisiert hatte. Die WM 2022 in dem Emirat steht wegen Menschenrechtsverstößen und des Umgangs mit Arbeiter:innen aus anderen Ländern schon lange in der Kritik

Außenminister Al Thani beteuerte, Katars Regierung habe eine Reihe von Reformen in Gang gesetzt, auch beim Arbeitsrecht. „Das ist ein fortlaufender Prozess, der nie aufhört - und der auch nach der WM nicht aufhören wird“, sagte er. Es sei aber unfair, immer auf Katars Regierung zu zeigen. „Wenn es in einem europäischen Land ein Problem gibt, etwa mit der Sicherheit am Arbeitsplatz, dann stehen die Unternehmen in der Kritik“, sagte er.

WM 2022 in Katar: Außenminister Al Thani hält Kritik für „arrogant und rassistisch“

Die Unternehmen, darunter auch europäische, seien in Katar in der Pflicht, die neuen Regeln und Standards umzusetzen. „Wenn sich die Unternehmen trotzdem nicht daran halten, ist das nicht die Schuld der Regierung“, betonte der Außenminister. 

Die Kritik aus Europa an der Lage in Katar bezeichnete er als „sehr arrogant und sehr rassistisch“. Dennoch sei die Vergabe der WM 2022 für sein Land „ein Segen. Wir sind sehr stolz darauf, und wir sind sehr zuversichtlich, dass diese Weltmeisterschaft eine der besten sein wird, die Sie je gesehen haben“, sagte Al Thani. (msb/dpa)

Auch interessant

Kommentare