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Ex-Geheimdienstchef: Putin wird ein „unangenehmes Ende“ erleben

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Von: Nail Akkoyun

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Ob schwere Krankheiten oder Putschversuche: Die Gerüchte rund um Wladimir Putin sind zahlreich. Nun äußert sich der frühere Chef des britischen Geheimdienstes.

Moskau/London – Geht es nach dem ehemaligen Chef des britischen Geheimdienstes, dem MI6, wird Wladimir Putin mit hoher Wahrscheinlichkeit ein „unangenehmes Ende“ erleben. Das sagte Sir Richard Dearlove in einer am Donnerstag (11. August) veröffentlichten Folge des Podcasts „One Decision“.

„Er hat in der Ukraine einen schrecklichen Fehler gemacht. Was daraus wird, ist schwer vorherzusagen, aber er wird ein unangenehmes Ende nehmen“, sagte Dearlove. Erst im Mai erklärte der frühere MI6-Chef, dass Putin aufgrund seiner mutmaßlichen Gesundheitsprobleme im Jahr 2023 nicht mehr Präsident Russlands sein wird. Er glaubt jedoch nicht, dass das Staatsoberhaupt infolgedessen einen „luxuriösen Ruhestand“ genießen würde:

News zum Ukraine-Krieg: Sturz oder gesundheitsbedingter Rücktritt? Die Zukunft von Wladimir Putin ist ungewiss

„Wie bei vielen großen Diktatoren frage ich mich, ob er jemals die Vorteile oder die Früchte seiner unrechtmäßig erworbenen Gewinne genießen wird“, sagte Dearlove mit Blick auf Putins angebliches Vermögen. 2017 hieß es vor dem Justizausschuss des US-Senats, dass der Kreml-Chef rund 200 Milliarden US-Dollar schwer sei. Je nach Quelle variieren die Mutmaßungen, doch vieles weist darauf hin, dass Wladimir Putin zu den reichsten Menschen der Welt gehört.

Wladimir Putin
Wladimir Putin, Präsident von Russland, betritt eine Bühne, um seine jährliche Rede an die Nation zu halten. (Archivfoto) © Evgeny Sinitsyn / Xinhua / dpa

Während einige Fachleute seit geraumer Zeit damit rechnen, dass Wladimir Putin früher oder später gestürzt und durch den General Alexander Bortnikow ersetzt werden soll, rechnet Richard Dearlove eher mit einem gesundheitsbedingten „Rücktritt“ des russischen Präsidenten. Einen Nachfolger hat der ehemalige MI6-Chef auch schon im Sinn: „Ich würde so weit gehen zu sagen, dass es im Moment mit ziemlicher Sicherheit Patruschew sein wird“, sagte Dearlove. „Ob diese Figur längerfristig politisch überleben wird, ist eine ganz andere Frage.“

Bereits im Juli brachte Dearlove den Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, ins Spiel. Der gilt als enger Vertrauter von Wladimir Putin. Unter anderem verbindet die beiden eine gemeinsame Vergangenheit beim KGB, dem sowjetischen In- und Auslandsgeheimdienst. Dies wäre zumindest „eine Möglichkeit, die Dinge ohne einen Staatsstreich weiterzuführen“, sagte Dearlove.

Ein echter Rücktritt des russischen Staatsoberhaupts gilt jedoch als unwahrscheinlich. So schreibt etwa politico.com, dass Putin eines Tages zwar nicht mehr an der Macht sein werde, dafür aber der Putinismus nach wie vor weiter herrschen werde. Darüber hinaus unterzeichnete er erst im vergangenen Jahr ein Gesetz, dass ihm nach seiner aktuellen Amtszeit zwei weitere ermöglichen würde. (nak)

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