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Russland baut Armee im großen Stil um – auch an der Grenze zu Finnland

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Von: Patrick Mayer

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Gesprächsbedarf: Generalstabschef Waleri Gerassimow, Russlands Präsident Wladimir Putin und Verteidigungsminister Sergej Schoigu (v.li.).
Gesprächsbedarf: Generalstabschef Waleri Gerassimow, Russlands Präsident Wladimir Putin und Verteidigungsminister Sergej Schoigu (v.li.). © IMAGO/Mikhail Klimentyev/Kremlin Pool

Mitten im Ukraine-Krieg: Moskaus Verteidigungsminister Sergej Schoigu kündigt den Umbau der russischen Armee an – auch an der Grenze zu Finnland.

München/Moskau – Nach der angeblichen Einnahme von Soledar im Donbass – und vielen militärischen Rückschlägen zuvor – reagiert der Kreml ein weiteres Mal auf den bisherigen Verlauf im Ukraine-Krieg.

Ukraine-Krieg: Russland baut seine Armee laut Verteidigungsminister Schoigu um

So hat Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu an diesem Dienstag (17. Januar) einen Umbau der russischen Armee angekündigt, um die vom Kreml geforderte Aufstockung der Truppenstärke umzusetzen. Nur durch strukturelle Veränderungen der Streitkräfte sei es möglich, Russlands Sicherheit zu gewährleisten, erklärte Schoigu bei einer Sitzung des Verteidigungsministeriums, wie merkur.de berichtet.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffkriegs auf den westlichen Nachbarn Ukraine hatte Kremlchef Wladimir Putin kurz vor Silvester angekündigt, die Zahl der Soldaten von 1,15 auf 1,5 Millionen zu erhöhen. Laut Institute for the Study of War (ISW) erwartet der ukrainische Geheimdienst sogar eine Aufstockung der russischen Armee auf zwei Millionen Soldaten. So gebe es „ernsthafte Vorbereitungen für eine mögliche zweite Mobilisierungswelle“, schreibt das ISW zur Einschätzung aus Kiew. Sind das Anzeichen für eine neuerliche russische Großoffensive auf die ukrainische Hauptstadt oder im Osten des Landes?

Im Video: Kompakt - Die wichtigsten News zum Russland-Ukraine-Krieg

Laut Schoigu sollen nun zumindest zwei große Territorialeinheiten geschaffen werden, die mehrere Waffengattungen vereinen: der Moskauer und der Leningrader Wehrkreis. In den von Russland annektierten ukrainischen Gebieten sollen demnach ebenfalls selbstständige Militäreinheiten aufgebaut werden.

Daneben kündigte Schoigu die Aufstellung eines Armeekorps in der nordrussischen Teilrepublik Karelien an. Dies könnte eine Reaktion auf den geplanten Nato-Beitritt der skandinavischen Länder Schweden und Finnland sein. Karelien grenzt vom Ladogassee nördlich der Millionenmetropole St. Petersburg bis zum Weißen Meer an die finnische Grenze. Es ist ein historisch brisantes Gebiet: Zwischen November 1939 und März 1940 war Karelien der Hauptschauplatz des Winterkriegs zwischen der Sowjetunion und Finnland (sowjetisch-finnischer Krieg).

Ukraine-Krieg: Russische Armee ist mit zahlreichen Problemen und Unzulänglichkeiten konfrontiert

Gestärkt werden solle auch die Kampfkraft der Flotte, der Luftwaffe und der Raketenstreitkräfte, forderte indes Schoigu. Die Erneuerung der Strukturen soll demnach im Zeitraum zwischen 2023 und 2026 abgeschlossen werden. Wegen einer Vielzahl von Niederlagen im Angriffskrieg gegen die Ukraine ist die Militärführung in Moskau mit zahlreichen Problemen und Unzulänglichkeiten konfrontiert, die nun behoben werden sollen. Am 11. Januar hatte der russische Präsident Putin bereits Generalstabschef Waleri Gerassimow zum Oberbefehlshaber über die Truppen in der Ukraine ernannt. (pm/dpa)

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