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Wladimir Putin und Steven Seagal schütteln einander die Hände.
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Wladimir Putin und Steven Seagal können gut miteinander, wie der Schnappschuss aus dem Jahr 2016 zeigt.

Steven Saegal und William Shatner

Wahl in Russland: Putin holt sich prominente Unterstützung aus Hollywood

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Wladimir Putin ruft für die Parlamentswahl im Herbst prominente Freunde aus Hollywood nach Russland. Unter anderem Willam Shatner und Steven Saegal folgen.

Moskau – Wladimir Putin ist seit einer gefühlten Ewigkeit an der Macht. Und da wird er wohl auch noch eine Weile bleiben. Immerhin hat der russische Präsident erst im Jahr 2020 eine Verfassungsänderung durchgedrückt, die es ihm ermöglicht, bis 2036 regieren zu können.

Doch je länger Putin im Amt bleibt, desto schwieriger dürfte es für ihn werden, sein Volk bei Laune zu halten. Ein Blick nach Deutschland zeigt ja nur zu gut, dass die Menschen einem Regierungschef oder einer Regierungschefin früher oder später überdrüssig werden. Nach Helmut Kohl, dessen Amtszeit als Bundeskanzler von 1982 bis 1998 dauerte, kann nun Angela Merkel ein Lied davon singen. Auch über der Amtszeit der Kanzlerin, die seit dem 22. November 2005 währt, liegt inzwischen eine bleierne Schwere.

Duma-Wahl in Russland: Wladimir Putin macht sich Sorgen

Kein Wunder also, dass Wladimir Putin vor jeder anstehenden Wahl ein bisschen um die Zustimmung im Volk bangen muss. Das ist auch jetzt wieder der Fall, da im Herbst die Parlamentswahl anberaumt ist. Denn man darf dabei auch die drei Faktoren nicht vergessen, die Putin immer mehr zu schaffen machen.

  • 1) Die Wirtschaft in Russland stagniert
  • 2) Alexej Nawalny sorgt als Kopf der Opposition für Unruhe
  • 3) Die Corona-Pandemie hat das Land hart getroffen. So zählte die Johns Hopkins Universität bisher mehr als 136.000 Tote im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung, allein am 5. Juli 2021 kamen 642 Todesfälle hinzu.

Muss sich Putin also Sorgen um die Duma-Wahl machen? Wahrscheinlich nicht, sagt Gennadi Gudkow: Putins Partei Einiges Russland habe „keine Angst zu verlieren, weil das Zentrale Wahlkomitee schon für ihren Sieg sorgen wird“, wird der ehemalige Oppositionsabgeordnete auf der Website von Al Jazeera zitiert. „Aber sie ist sehr darum bemüht, sich in den Augen der Öffentlichkeit irgendwie zu legitimieren.“

Duma-Wahl in Russland: Prominente stellen sich hinter Wladimir Putin

Deshalb setzt Wladimir Putin im Wahlkampf auf namhafte Unterstützung. Tatsächlich wollen auch dieses Jahr wieder einige Promis an Putins Seite in das Parlament einziehen. Die Liste umfasst Rapper, Reality-TV-Stars und ein paar Popsänger. Einer davon ist Denis Maidanow, der sich auch mit patriotischen Songs einen Namen gemacht hat. „Viele Eltern erzählen mir, dass sie ihre Kinder mit meinen Liedern erziehen. Das ist ein Zeichen ihres Vertrauens“, sagte er Anfang Juni der Boulevardzeitung Komsomolskaja Prawda.

Ein weiterer aufstrebender Politiker ist Sachar Prilepin, ein Schriftsteller, der 2008 mit dem damals noch jungen Anti-Korruptions-Blogger Alexej Nawalny eine nationalistische Partei gründete. Inzwischen aber hat er mit Nawalny, dessen politische Organisationen zuletzt von Putin verboten wurden, nicht mehr viel am Hut, dafür umso mehr mit Putin. Zuletzt gründete Prilepin mit dem Schauspieler Iwan Ochlobysti die Partei Für die Wahrheit, die die Todesstrafe in Russland wiederherstellen und Putin zum „Monarchen“ krönen will.

Duma-Wahl in Russland: Steven Seagal kämpft für Wladimir Putin

Doch Wladimir Putin kann sich auch über die Hilfe einer internationalen Berühmtheit freuen. Hollywood-Actionheld Steven Seagal kandidiert nämlich für die Partei Gerechtes Russland. Seagal ist seit 2016 im Besitz eines russischen Passes, nachdem er Putin zuvor als „einen der größten lebenden Politiker der Welt“ gelobt und die Annexion der Krim unterstützt hatte.

Schon 2013 hatte sich die russische Regierung an Seagal gewandet, dessen Großeltern aus Wladiwostok und St. Petersburg stammen, um ihn als Lobbyisten für die russische Waffenindustrie zu gewinnen. Seagal erklärte sich dazu bereit. 2018 war er Ehrengast beim Amtsantritt Putins zu seiner vierten Präsidentschaft.

Steven Seagal
Geboren10. April 1952
GeburtsortLansing, Michigan, USA
EhepartnerinErdenetuya Seagal (verh. 2009)
KinderAyako Fujitani, Dominic Seagal, Kentaro Seagal, Arissa Seagal, Savannah Seagal, Annaliza Seagal, Kunzang Seagal
KampfsportAikido, Karate, Judo, Brazilian Jiu-Jitsu, Kendo, Shito-Ryu

William Shatner wirbt für Putin? Captain Kirk heuert bei RT America an

William Shatner wird nicht für die Duma kandidieren. Dafür aber läuft beim russischen Staatssender RT America in den USA demnächst seine Sendung „I don’t understand“, in der es um Weltraumthemen gehen soll – vielleicht ja auch um die Ufos und Aliens, von denen auch nach dem Ende Juni veröffentlichten Bericht der US-Regierung niemand so recht weiß, ob es sie nun gibt oder nicht.

Das Engagement von Captain Kirk stößt allerdings auf wenig Gegenliebe. So wies der russische Journalist Alexej Kowalew auf einen Kommentar hin, der zum Tod von George Floyd auf RT America veröffentlicht worden war. Der verurteilte Ex-Polizist Derek Chauvin wurde darin nicht als Mörder gebrandmarkt, sondern zum Helden stilisiert. Shatner setzte sich gegen die Kritik zur Wehr und verwies drauf, dass die Produktionsfirma Ora Media die Show an RT verkauft habe, nicht er. Er könne Ora Media aber nicht vorschreiben, wem sie die Vertriebsrechte gebe.

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RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan freut sich auf Shatner

Auch auf RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan war Shatner nicht gut zu sprechen. Diese hatte Shatner auf Twitter mit recht eindeutigen Worten gratuliert: „Captain Kirk ist auf die Seite des Guten gewechselt.“ Auch damit konnte sich Shtaner nicht so echt anfreunden und sprach davon, dass er „diese Frau“ nicht kenne. „Ich bin unpolitisch und ich bin wütend, dass die Chefin eines Senders dies über mich sagt, obwohl sie nur die Vertriebsrechte erworben hat. Ich entschuldige mich für sie bei meinen Fans.“

Dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack. Viele Fans wiesen auf Twitter darauf hin, dass ein erfahrener Schauspieler wie Shatner mehr über solche Deals wissen müsse, als er behaupte. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass das Ausmaß seiner Beteiligung an der Vertriebsrechtsvereinbarung veröffentlicht wird. (Christian Stör)

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