1. Startseite
  2. Politik

Putin trifft Soldatenmütter - Vorwürfe gegen Russlands Präsidenten

Erstellt:

Von: Daniel Dillmann

Kommentare

Kurz vor dem russischen Muttertag kündigt der Kreml ein Treffen von Wladimir Putin mit Müttern russischer Soldaten an.

Moskau - Russland feiert traditionell am letzten Sonntag im November den Muttertag. Medienwirksam kündigte der Kreml kurz vor dem Tag ein Treffen von Präsident Wladimir Putin mit Müttern von im Ukraine-Krieg getöteten Soldaten an. Man werde die Mütter „der Soldaten, die an der Spezialoperation teilnehmen“ einladen, hieß es in einem Statement der russischen Regierung.

Am Freitag veröffentlichten russische Medien dann ein kurzes Video, in dem Putin mehr als ein Dutzend ausgewählter Frauen in seiner Residenz in Nowo-Ogarjowo empfing. Das Anwesen liegt im Oblast Moskau. Putin reichte Kaffee und Kuchen. „Ich möchte, dass Sie wissen, dass wir diesen Schmerz mit Ihnen teilen, und dass wir natürlich alles dafür tun werden, damit Sie sich nicht vergessen fühlen“, sagte Putin laut der russischen Agentur Interfax bei dem Treffen. „Wir tun alles uns Mögliche dafür, dass Sie eine Schulter an Ihrer Seite spüren.“ Den offiziellen Angaben zufolge waren insgesamt 17 Frauen aus verschiedenen russischen Regionen sowie aus völkerrechtswidrig von Moskau annektierten Gebieten der Ostukraine angereist.

Wladimir Putin beim Treffen mit Müttern von im Ukraine-Krieg getöteten Soldaten.
Wladimir Putin beim Treffen mit Müttern von im Ukraine-Krieg getöteten Soldaten. © MIKHAIL METZEL/AFP

Russland: Vorwürfe der Verschleierung gegen Wladimir Putin

Doch laut eines Berichts des britischen Guardian handelt es sich bei der ganzen Aktion um einen Versuch des Kreml, die hohen Verluste Russlands im Ukraine-Krieg zu verschleiern. Valentina Melnikova, Anwältin des „Komitees der Soldatenmütter Russlands“, sagte dem Guardian, die von ihr vertretene Gruppe sei nicht zu dem Treffen eingeladen worden.

Laut Angaben der Nachrichtenagentur dpa sind seit Beginn des Ukraine-Krieg 300.000 Reservisten Russlands eingezogen worden. Die Teilmobilmachung erwies sich als äußerst unpopuläre Maßnahme und löste in Russland eine regelrechte Massenflucht sowie die größten Anti-Kriegs-Proteste seit Monaten aus. Organisiert wurden die Demonstrationen oft von Frauen. Aufgrund der Niederlagen, die die russische Armee im Ukraine-Konflikt erdulden musste, fürchten viele in Russland eine weitere Mobilisierung. (dil/dpa)

Auch interessant

Kommentare