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Putsch-Angst im Kreml: Putins Leibwache probt mitten in Moskau

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Von: Franziska Schwarz

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Dieses von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik via AP veröffentlichte Foto zeigt Wladimir Putin (M), Präsident von Russland, im Gespräch mit Mitgliedern der Volksfrontbewegung am Tag der nationalen Einheit.
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Dieses von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik via AP veröffentlichte Foto zeigt Wladimir Putin (M), Präsident von Russland, im Gespräch mit Mitgliedern der Volksfrontbewegung am Tag der nationalen Einheit. (Archiv) © Grigory Sysoyev/dpa

Ende Oktober gab es in Moskau eine Militärübung, denn die Angst im Kreml vor einem Putsch ist laut einem Bericht groß - und wohl auch der Glaube.

Frankfurt – Der Dunstkreis um Wladimir Putin fürchtet einen Putsch - und hofft im Fall der Fälle dann auch auf die Hilfe von Wahrsagern. Darauf könnten lautThe Insider Dokumente hindeuten, die sie am 19. November publizierten. Das Online-Portal hat sich einen Namen mit Recherchen gemacht. Bei der jüngsten dreht sich viel um die Person Alexander Komow.

Komow ist Vize-Chef des russischen Schutzdienstes FSO. Die Dokumente beziehen sich laut dem Bericht auf eine FSO-Übung am Kreml Ende Oktober. „Einige Moskauer dachten hoffnungsvoll, dass ein Militärputsch stattfand“, schrieb The Insider am 19. November. Zweck der Übung sei aber die befürchtete notwendige Abwehr eines „massiven ideologischen Angriffs“ gewesen, bei dem der Feind „die Medien, soziale Netzwerke, religiöse Organisationen, Hypnose (!), Psi-Generatoren (?!) und sogar einige ‚Alltagsartikel in präparierten Verpackungen‘ einsetzt“.

So stehe es in den FSO-Dokumenten. Ihr Titel: „Plan zur moralischen und psychologischen Unterstützung der Verlegung der Operativen Direktion des FSO von Friedenszeiten in Kriegszeiten“, so The Insider. Verantwortlich für die Umsetzung sei Komow.

Medienbericht: Russischer Schutzdienst-Chef fürchtet Putsch gegen Putin und glaubt an Magie

Über Komow ist wenig bekannt, schreibt The Insider weiter. Es werde aber kolportiert, dass er regelmäßig Astrologen und Hellseher konsultiere. 2021 habe Komow an der Konferenz „Moderne Probleme der Fernerkundung der Erde aus dem Weltraum“ des Institut für Weltraumforschung der Russischen Akademie der Wissenschaften teilgenommen. Ein nicht namentlich genannter Insider sagte dem Portal außerdem, dass der „Sternengucker“ Komow unter seinen „freiberuflichen Beratern“ auch welche aus der Schwarzen Magie habe.

Was plant der „Sternengucker“ also gegen einen Staatsstreich im Ukraine-Krieg? „Wöchentliche politische Kurse, einen gemeinsamen Ausflug zum Tempel und die Identifizierung von FSO-Beamten mit einer instabilen Psyche“, zitierte The Insider aus den Dokumenten. Offenbar wird befürchtet, dass es bei einem möglichen Putsch gegen Putin in den eigenen Reihen zu Problemen kommen könnte.

Der Bericht wurde von mehreren Medien aufgegriffen. The New Voice of Ukraine betonte dazu noch, dass Putin Ende Oktober aus Angst vor einem Putsch extra Truppen nach Moskau zurückbefohlen haben soll. Nicht zum Wahrsagen, sondern als seine Bodyguards. Denn der Feind werde verdächtigt, auch „chemische und biologische Methoden zur psychologischen Beeinflussung“ anzuwenden. (frs)

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