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Putin verteilt Ländereien auf der Krim unter Kriegshelden Russlands

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Von: Christian Stör

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Der russische Präsident Wladimir Putin (rechts) hält eine Rede, während Soldaten bereitstehen, denen er während einer Zeremonie am Vorabend des „Tags der Helden des Vaterlandes“ im Kreml in Moskau am 8. Dezember 2022 die Goldstern-Medaille verliehen hat.
Wladimir Putin (rechts) verteilt im Ukraine-Krieg Land nach Gutsherrenart - an Veteranen sowie an Angehörige von Gefallenen. © ALEXEY MAISHEV/afp

Mit einer Landverteilung nach Gutsherrenart versucht der russische Präsident, seine Soldaten im Ukraine-Krieg bei Laune zu halten.

Moskau - Seit 300 Tagen führt Wladimir Putin Krieg in der Ukraine. Ein Ende ist nach wie vor nicht abzusehen. Dabei sollte die „militärische Spezialoperation“ eigentlich binnen weniger Tage entschieden sein. So zumindest hatte sich das der russische Präsident gedacht, als er am 24. Februar 2022 seine Truppen im Nachbarland einmarschieren ließ.

Doch seit zehn Monaten kommen die russischen Invasionstruppen in der Ukraine kaum voran. Eine herbe Niederlage kassierte Putin, als die im Handstreich geplante Eroberung der ukrainischen Hauptstadt Kiew vollends missriet und sich die russischen Truppen am 2. April wieder zurückziehen mussten. Im Herbst musste Putins Armee dann auch in den völkerrechtswidrig annektierten Gebieten im Osten der Ukraine überraschende Rückschläge hinnehmen.

Die Zahl der russischen Verluste spricht ebenfalls Bände. So hat Russland nach Schätzungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Verlauf des Ukraine-Krieges bereits mehr als 99.000 Soldaten verloren. Schon bald könnte sich die Zahl der Gefallenen demnach auf 100.000 erhöhen.

Putin verteilt Geschenke an Kriegshelden

Die Unruhe bei den kämpfenden Truppen ist groß. Was also tun? Diese Frage scheint auch Wladimir Putin selbst umzutreiben. Eine erste Antwort hofft er wohl mit einer Landverteilung auf Gutsherrenart gefunden zu haben. Das von ihm am 19. Dezember unterzeichnete Dekret weist die Behörden in verschiedenen Regionen an, Gesetze zur kostenlosen Vergabe von Grundstücken zu verabschieden.

Laut dem Dokument können Veteranen, die staatliche Auszeichnungen erhalten haben, sowie Angehörige von Gefallenen in folgenden Gebieten Land für sich beanspruchen: in den Vororten von Moskau, auf der Halbinsel Krim und dort speziell in der Hafenstadt Sewastopol, die als Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte bekannt ist.

Wladimir Putin vergibt Land auf der Krim

Besonders wichtig ist Wladimir Putin dabei wahrscheinlich die Vergabe des Landes auf der Krim, die er als untrennbaren Teil Russlands ansieht. Bezeichnend dafür mögen seine Aussagen im März 2021 aus Anlass des siebten Jahrestages der Annexion stehen, als er die Krim der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge als „Russlands heiliges Land“ und „Zentrum der spirituellen Einheit der Nation“ bezeichnet hatte.

„Wenn Sie eine große Karte nehmen, werden die Krim und Sewastopol darauf wie ein winziger Fleck aussehen. Aber wir sprechen über die Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit, wir sprechen über die Bedeutung dieses Landes für unser Volk“, so Putin damals. „Es ist ein sehr wichtiger Ort für unser Herz und unsere Seele.“

Aus Putins Sicht sind also gerade diese Gebiete ideal dafür geeignet, einem russischen Kriegshelden als Ruhesitz zu dienen. (cs)

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