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Putin informiert sich detailliert über Zustand der russischen Truppen

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Von: Sebastian Richter

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Im Ukraine-Krieg war Russlands Präsident Putin zunächst nicht richtig über die Stärke seines Militärs informiert. Inzwischen weiß er mehr.

Frankfurt – Für Wladimir Putin ist im Ukraine-Krieg vieles nicht nach Plan gelaufen. Aus der auf wenige Tage angelegten „Spezialoperation“ ist ein langer Krieg geworden, inklusive Teilmobilisierung – und effektiven Gegenoffensiven der Ukraine. Derweil zeigt sich russische Armee an der Front nicht im besten Zustand. Der russische Staatschef hatte schon vor dem Krieg kein vollständiges Bild seines eigenen Militärs. Inzwischen wisse er besser Bescheid, wie Avril Haines, Direktorin des nationalen Geheimdienstes der USA, erklärt. Denn die Berichte über chaotische Zustände in den russischen Reihen mehren sich.

Haines sagte laut nbcnews bei einer Rede in Kalifornien, Putin sei „überrascht“ von der Leistung seiner Armee in der Ukraine. „Ich glaube, dass er immer besser über die Herausforderungen informiert ist, denen das Militär in Russland gegenübersteht“. Dennoch sei dem US-amerikanischen Geheimdienst immer noch nicht klar, ob Putin wisse, wie es genau um die russischen Truppen aktuell steht.

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Was genau das für Putins Kriegspläne bedeutet, ist ungewiss. Möglich ist laut Haines, dass er seine militärischen Ambitionen durch sein neues Wissen zumindest zeitweise verringern könnte. „Ich denke, unsere Analysten würden sagen, dass er vielleicht bereit ist, dies vorübergehend zu tun, mit der Idee, dass er zu einem späteren Zeitpunkt auf dieses Thema zurückkommen könnte“, sagte sie.

Der russische Staatschef Wladimir Putin auf der Krim-Brücke.
Der russische Staatschef Wladimir Putin auf der Krim-Brücke. © Mikhail Metzel/dpa

Angesichts des Winters schrauben schon jetzt beide Seiten das militärische Tempo zurück. Sowohl die Ukraine als auch Russland nutze die niedrigen Temperaturen, um sich neu zu formieren und für das nächste Jahr neue Kämpfe vorzubereiten. Allerdings: Ob das russische Militär allerdings überhaupt bereit ist, im Frühjahr neue Offensiven zu starten, ist laut Haines unklar.

Zum einen verbrauche das russische Militär Munition schneller, als es Nachschub beschaffen könne. Die Industrie habe große Probleme, Kriegsvorräte selbst herzustellen und bezieht wohl Munition unter anderem aus Nordkorea. Auf der anderen Seite wird Putin immer mehr mit einer schwachen Wirtschaft konfrontiert. Der Krieg hat das wirtschaftlich ohnehin angeschlagene Land in eine schwere Rezession gestürzt. Die Sanktionen des Westens, die immer deutlicher ihre Wirkung entfalten, schlagen noch weiter in diese Kerbe. (spr)

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