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Ukraine-Krieg: Russische Soldaten verlieren auf der Flucht Dokumente über Putins Pläne 

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Von: Daniel Dillmann

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Im Ukraine-Krieg müssen die Angreifer aus Russland sich stellenweise zurückziehen. Dabei geraten sensible Dokumente in die Hände der Verteidiger.

Kiew - Im Norden des Landes läuft der Ukraine-Krieg wohl kaum, wie Wladimir Putin sich das einst vorgestellt hatte. Den ukrainischen Truppen ist es vor allem rund um Charkiw gelungen, den Angreifer aus Russland zurückzuschlagen. Die Gegenoffensive aus Kiew soll sogar damit begonnen haben, Ziele in Russland selbst unter Beschuss zu nehmen.

Dass der Ukraine-Konflikt vom Kreml ursprünglich ganz anders geplant war, das beweisen Dokumente, die von Soldaten aus Russland in der ukrainischen Kleinstadt Trostyanets zurückgelassen wurden. Die Stadt liegt im Nordwesten Charkiws und war über den Zeitraum von einem Monat von russischen Truppen besetzt. Laut Angaben ukrainische Behörden hätten die eigenen Ermittler „sensible Dokumente von Soldaten der russischen Streitkräfte“ gefunden. Man habe in der Stadt ein Gebiet von mehr als 2.000 Hektar durchsucht. Die dort gefundenen Dokumente würden einen Einblick in die Pläne Putins mit der Ukraine geben.

Ukraine-Krieg: Wladimir Putins Pläne aufgetaucht

Wie die ukrainischen Behörden nun mitteilen, würden sich die russischen Ambitionen laut der Pläne mitnichten auf den Osten der Ukraine beschränken. Vielmehr würden sie beweisen, „dass Russland sich darauf vorbereitet, das gesamte Territorium der Ukraine zu erobern“. Man würde die Dokumente weiter auswerten, um noch mehr Informationen über die Angriffspläne Russlands im Ukraine-Krieg zu sammeln.

Laut dem französischen Nachrichtenportal France24 hatte das russische Militär den Bahnhof der Stadt Trostyanets als Hauptquartier genutzt. Von dort sei die Militäroperation im Norden der Ukraine organisiert worden. Der Ort sei außerdem als Umlade-Platz für Panzer und Material genutzt worden. Nach der Eroberung von Kiew habe die russische Militärführung eigentlich in die Hauptstadt der Ukraine umziehen wollen.

Informationen zu Trostianets
VerwaltungsgebietOblast Sumy (Nord-Ukraine)
Bevölkerung19.985 Einwohner:innen (Stand: 2020)
FlussBoromlja

Moskaus Plan mit der Ukraine: „Putins Ziele haben sich nicht geändert“

Doch die Invasionspläne Moskaus waren bekanntlich nicht von Erfolg gekrönt. Die Offensive im Norden des Landes kam zum Erliegen, die Truppen um Kiew zogen sich zurück und Wladimir Putin konzentriert seine Attacken nun auf den Osten des Landes. Im Zuge des Rückzugs wurde auch das Hauptquartier in Trostyanets aufgegeben.

Ukrainische Soldaten in der Stadt Trostyanets neben einem zerstörten russischen Truppentransporter.
Ukrainische Soldaten in der Stadt Trostyanets neben einem zerstörten russischen Truppentransporter. © Fadel Senna/afp

Die Authentizität der Dokumente kann nicht unabhängig überprüft werden. Die Angaben decken sich aber mit Informationen, die der Nato vorliegen. „Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass Präsident Putin seine Ambitionen aufgegeben hat, die gesamte Ukraine zu kontrollieren“, so Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg im April. Auch der USA lägen keine anderen Informationen vor. „Wir wissen nicht, ob sich Putins Ziele geändert haben und er Kiew wirklich aufgegeben hat“, so Avril Haines, stellvertretende Direktorin des Geheimdienstes CIA. (Daniel Dillmann)

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