Aufarbeitung der DDR-Geschichte

„Wir müssen wissen, wo wir herkommen“

  • schließen

Die Stiftung Aufarbeitung feiert ihren 20. Geburtstag.

Außenpolitik ist für Markus Meckel eine politische Leidenschaft geblieben. Der 66-jährige Pfarrer war im Zuge der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD nach den ersten freien und demokratischen Wahlen in der DDR im März 1990 auf den Posten des DDR-Außenministers gerutscht. Er nahm nun neben dem bundesdeutschen, ungleich erfahreneren Kollegen Hans-Dietrich Genscher (FDP, gest. 2016) als einer der Vertreter der beiden deutschen Staaten an den Zwei-plus-Vier-Gesprächen mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs teil. Sie waren Voraussetzung für die Deutsche Einheit.

Dass diese Einheit, 28 Jahre nach ihrem Vollzug, trotz aller Probleme gut gelungen ist, daran hat auch Markus Meckel Anteile. Er gehörte zu den Ostdeutschen, die selbstbewusst in die Einheit gingen und Forderungen stellten. Eine erfüllte sich 1992, als der Bundestag die Einrichtung der ersten Enquete-Kommission beschloss, die sich mit der Geschichte der SED-Diktatur beschäftigen sollte und ab 1998 eine zweite, in der es um die Folgen für die deutsche Einheit ging. „Wenn wir Demokratie leben wollen“, sagt Meckel über seine zweite politische Leidenschaft, „müssen wir auch wissen, wo wir herkommen.“

Noch vor den Wahlen 1998 beschloss der Bundestag die Einrichtung einer Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur. Mit Rainer Eppelmann (CDU) arbeitet ein weiterer DDR-Bürgerrechtler seitdem als ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender, Meckel wurde Vorsitzender des Stiftungsrats und ist es bis heute. „Mit der Stiftung wurde parteiübergreifend anerkannt, dass ihr Auftrag von nationalem Interesse ist“, so Meckel. „Die Stiftung wurde so zum Motor der differenzierten Aufarbeitung und des öffentlichen Gedenkens in Deutschland.“ Die Bundesstiftung soll eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit kommunistischen Diktaturen in Deutschland und Europa anregen, heißt es in ihrem Auftrag

Nun wird gefeiert und Bilanz gezogen: am heutigen Mittwoch in einem Festakt im Museum für Kommunikation Berlin.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion