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Die spektroskopische Methode analysiert das Ei am dritten Tag mit einem Laser.

Urteil zum Kükentöten

„Wir brauchen Zeit“

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Friedrich-Otto Ripke, Chef des Geflügelzüchterverbands, über die Motive der Landwirte und seine Hoffen auf die Forschung.

Herr Ripke, warum ist das Töten der sogenannten „Bruderküken“ überhaupt nötig?
Weil die männlichen Tiere der Legerassen im Gegensatz zu Hennen keine Eier legen und nicht gut zur Mast geeignet sind. Verstehen Sie mich aber nicht falsch, auch wir würden die Praxis des Kükentötens lieber heute als morgen beenden.

Friedrich-Otto Ripke (CDU) ist Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).


Welche Alternativen gibt es?
Wissenschaftler arbeiten an zwei Methoden, mit denen das Geschlecht des Tieres noch im Ei bestimmt werden kann, so dass die männlichen Küken gar nicht erst schlüpfen. Bei einem hormonellen Verfahren wird nach neun Tagen Flüssigkeit aus dem Ei entnommen und auf Geschlechtshormone getestet. Der Tierschutzbund sagt, dass Küken zu diesem Zeitpunkt schon schmerzempfindlich sind, wenn sie getötet werden. Das wäre also aus ethischer Sicht kein Fortschritt. Die spektroskopische Methode analysiert das Ei am dritten Tag mit einem Laser. Bisher kann man aber die nötige Technik zur Geschlechtsbestimmung aber noch gar nicht kaufen. Wir brauchen eine Geschwindigkeit von 100 000 untersuchten Eiern pro Tag. Deshalb hoffe ich, dass die Richterin uns noch ein paar Jahre Aufschub gewährt, bis wir den Ablauf im Betrieb umstellen können.

Das klingt, als würden Sie auf Zeit spielen – immerhin wird das Problem seit Jahren diskutiert. Warum lassen Sie die Hähne nicht einfach am Leben, bis es eine andere technische Lösung gibt?
Das lässt sich praktisch nicht bewerkstelligen. Die Geflügelwirtschaft züchtet schon lange am Zweinutzungshuhn – einer Rasse, die sowohl für Eier- als auch Fleischproduktion genutzt werden kann. Das ist zwar grundsätzlich eine gute Idee, es dürfte aber eine Nischenlösung bleiben. Für die Eiererzeugung in ihrer Gesamtheit brauchen wir ein praxistaugliches Verfahren der Geschlechtsbestimmung im Ei.

Wie wird die Wirtschaft reagieren, wenn das Bundesverwaltungsgericht das Kükentöten an diesem Donnerstag verbietet?
Die deutschen Brütereien würden ihren Sitz wohl ins Ausland verlagern, zum Beispiel nach Polen, wo das Kükentöten erlaubt bleibt. Das würde weder dem Tierschutz noch dem Verbraucher helfen. Schon heute können deutsche Legehennen-Betriebe nur 69 Prozent des Bedarfs an Eiern decken, der Rest der Eier wird im Ausland zugekauft. Wir müssen also dringend unsere Forschung zu den Alternativ-Verfahren vorantreiben. Da stehen wir kurz vor dem Ziel. Ich denke, wir sind in absehbarer Zeit so weit, dass wir Küken nicht mehr lebend töten müssen. Dann wäre die deutsche Geflügelwirtschaft ein Vorbild für den Rest der Welt.

Interview: Nadja Lissok

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