Ist die geplante Reserve an Schutzkleidung notwendig?
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Ist die geplante Reserve an Schutzkleidung notwendig?

Coronavirus

„Wir brauchen keine Bunker“

  • Tim Szent-Ivanyi
    vonTim Szent-Ivanyi
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Der Verband der Medizintechnologie hält die von der Bundesregierung geplante nationale Reserve an Schutzkleidung und Medikamenten für nicht nötig.

Die Medizintechnik-Hersteller in Deutschland zeigen sich skeptisch gegenüber dem Vorhaben der Bundesregierung, hierzulande eine dauerhafte Produktion von Schutzmasken anzukurbeln. „Es wird nicht funktionieren, niedrigpreisige Produkte wie Schutzmasken in Deutschland dauerhaft profitabel zu produzieren“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V., Marc-Pierre Möll. Das gehe nur mit Abnahme- und Preisgarantien.

„Wir sollten nach dem Ende der Pandemie wieder zu marktwirtschaftlichen Prinzipien zurückkehren. Dauerhafte Subventionen können keine Lösung sein. Sie würden die Kosten der Krankenversicherungen und damit die Lohnnebenkosten nach oben treiben. Das wäre kontraproduktiv.“ Generell begrüße man aber die Bemühungen der Regierung, eine größere strategische Unabhängigkeit von außereuropäischen Ländern zu erreichen, sagte Möll, der für rund 220 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizinprodukte-Branche spricht.

Die Notwendigkeit, eine nationale Reserve für medizinische Schutzausrüstung wie Mund-Nasen-Masken und wichtige Arzneimittel anzulegen, wie die Bundesregierung es plant, erkennt Möll nicht. „Wir brauchen keine Bunker“, sagte er. Das mache auch gar keinen Sinn, „schließlich handelt es sich um Produkte, die nur begrenzt haltbar sind“. Bund und Länder hatten vor einer Woche beschlossen, dauerhafte Vorräte, etwa an Schutzausrüstung für medizinisches Personal, aufzubauen. mit dpa

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