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Keine Windeseile: Habeck hinkt beim Windenergie-Ausbau der Groko hinterher

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Erneuerbare Energien sollten das große Ampel-Thema werden, doch neue Zahlen zeigen: beim Ausbau von Windenergie tut sich wenig – auch im Vergleich zur Groko.

Berlin – Die Zahlen der Ampelkoalition beim Ausbau von Windenergie in Deutschland sehen wenig rosig aus, zumindest, wenn man den Vergleich mit der Großen Koalition sucht. Aktuelle Berichte zeigen, dass der Ausbau weiterhin schleppend vorangeht, so schleppend, dass man an den Werten der alten Groko keineswegs vorbeizieht, im Gegenteil: Quantensprüngen gibt es keine, bei den Linken spricht man gar von „Schneckentempo“. Besonders bei Teilen der grünen Parteibasis dürfte das zu Unmut führen, ebenso wie die Rolle der Partei im Fall Lützerath. Für die Grünen drohen stürmische Zeiten.

Windenergie im Schritttempo: Habeck hinkt beim Ausbau von Windkraftanlagen hinterher

Der Ausbau von Windenergie bleibt auch unter der Ampelkoalition schleppend: Die Regierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) verzeichnet einen Nettozubau, der im Vergleich mit dem letzten Jahr der Großen Koalition wenig beeindruckt – trotz anderer Beteuerungen von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Die Groko hatte in ihren letzten zwölf Monaten Regierungszeit netto 274 Windkraftanlagen neu ans Stromnetz gebracht, bei der Ampel waren es im Jahr 2022 insgesamt 264, das berichtet unter anderem die Zeit.

Zu sehen ist ein bewölkter Himmel, der auf Regen oder Gewitter hindeutet. Auf einem Feld steht ein Windrad.
Beim Ausbau von Windenergie geht es weiterhin schleppend voran. (Symoblbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Laut RND hatten zwischen Januar und November 2022 insgesamt 505 Windkraftanlagen an Land ihren Betrieb aufgenommen. Dementgegen steht der Rückbau von 241 Anlagen, wie die Bundesnetzagentur berichtet. Die Zahlen vom Dezember 2022 waren jedoch noch nicht berücksichtigt. Aus der Linkspartei erntet die Ampelkoalition scharfe Kritik, Fraktionschef Dietmar Bartsch sprach gegenüber dem RND von „Windkraftausbau im Schneckentempo“ und einer Stagnation auf „Groko-Niveau“. In Anbetracht der Zahlenlage steht die Ampel im Vergleich tatsächlich keineswegs besser dar, als ihre Vorgängerregierung, berichtet kreiszeitung.de.

Windkraft und Co.: In Deutschland stammen bisher 47 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien

Insgesamt lag der Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Stromverbrauch im vergangenen Jahr bei rund 47 Prozent, das berichtete die FAZ unter Berufung auf Branchenberechnungen im Dezember 2022. Die Ampelkoalition hat unter anderem beschlossen, zwei Prozent der gesamten Bundesfläche an Land für Windräder auszuweisen. Auch die Landesregierung unter Stephan Weil (SPD) in Niedersachsen hatte zuletzt einen Schub bei der Windenergie angekündigt, die Kommunen fordern indes einfache Regeln für den Ausbau. Erst Ende des vergangenen Jahres wurde beschlossen, dass sich Windräder auch im Wald drehen dürfen.

Ausbau der Windräder: Robert Habeck (Grüne) verspricht Turbo bei Enerneuerbaren Energien

Die Bundesregierung will den Anteil an erneuerbaren Energien bis in das Jahr 2030 auf mindestens 80 Prozent heben. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), der einige Grüne zuletzt mit seinen Lützerath-Einlassungen irritierte, übte sich Ende 2022 trotz allem in der Verbreitung von Optimismus. Laut FAZ erklärte er zu den erfüllten Zielvorgaben von 2022 bei erneuerbarer Energie: „Die sind nicht so hoch wie die Jahre danach, aber es ist ein guter Ausgangspunkt fürs nächste Jahr. Und das, nachdem es in den letzten Jahren kaum vorangegangen ist. Im nächsten Jahr muss es dann mehr werden, und dann noch mal mehr. Aber die Entwicklung zeigt in die richtige Richtung.“ So zuversichtlich sehen nicht alle die Zahlen.

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