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Neben der deutsche Flagge soll auch die der Europäischen Union vor den Schulgebäuden wehen.

Parteitagsantrag

CDU will Schulen beflaggen

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  • Christian Burmeister
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Fahnen sollen Schülerinnen und Schülern „Werte vermitteln“, so die CDU. Das will sie nun nicht etwa mit mehr Lehrenden, sondern mit Fahnen erreichen.

Vor Deutschlands Schulen soll künftig die Nationalflagge wehen: Einen entsprechenden Antrag will die CDU auf ihrem am Freitag beginnenden Parteitag beschließen. Doch das Vorhaben stößt auf ein geteiltes Echo.

In dem Antrag heißt es: „Die CDU Deutschlands spricht sich dafür aus, Schulgebäude dauerhaft mit der Bundesflagge, der jeweiligen Landesflagge sowie der Flagge der Europäischen Union zu beflaggen.“ Die Antragskommission der Parteiführung empfiehlt den Delegierten, diesen Antrag anzunehmen. Aus der Partei kommt überwiegend Zustimmung zu dem Vorstoß des CDU-Landesverbands Baden-Württemberg und der Schülerunion: „In den Schulen geht es nicht nur um Lesen, Schreiben, Rechnen. Es geht auch darum, den Kindern und Jugendlichen unsere Werte zu vermitteln – Werte, die aus unserem Grundgesetz folgen. Schwarz-Rot-Gold verkörpert das, ist dafür ein starkes Symbol“, sagte CDU-Vize Thomas Strobl dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Gesunder Patriotismus“

CDU-Innenexperte Philipp Amthor ergänzt: „Ich werde diesen Antrag beim Parteitag aus voller Überzeugung unterstützen. Schwarz, Rot und Gold bedeuten für uns die verbindenden Werte von Einigkeit, Recht und Freiheit und keine Spaltung. Ein gesunder Patriotismus steht unserem Land gut zu Gesicht und sollte stärker gefördert werden. Man kann sein eigenes Heimatland lieben, ohne schlecht über die Heimatländer anderer zu denken.“ Der JU-Vorsitzende Tilman Kuban ergänzte: „Eine Beflaggung vor Schulen ist auch das klare Signal, dass wir uns die Fahne nicht wegnehmen lassen von Kräften, die die damit verbundenen Werte nicht teilen.“

Allerdings trifft der Vorschlag auch auf Skepsis. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann erklärte, sie stehe „voll und ganz hinter dem Ziel, die Verbundenheit mit unserer Heimat und die Identifikation mit unseren gemeinsamen europäischen Werten zu fördern“. Aber: „Ob uns hier eine dauerhafte Beflaggung an Schulgebäuden weiterhilft, wage ich angesichts der vielfältigen Herausforderungen unserer Schulen leider zu bezweifeln.“ Ihr Weg sei es, etwa über die Stärkung der Demokratiebildung, die Schulen dabei zu unterstützen, Werte zu vermitteln und überzeugte junge Demokraten und Europäer zu fördern.“

Kritik kommt aus der SPD. Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises der SPD, Johannes Kahrs, sagte dem RND: „Ich bin grundsätzlich froh um jede Deutschlandfahne, die irgendwo weht. Allerdings sind Schulen Ländersache, es sollte also jeweils vor Ort diskutiert werden. Für einen spielerischen Umgang, beispielsweise um auf einem Parteitag billige Punkte zu machen, ist das Thema aber zu ernst. Man entwertet es damit. Wir dürfen und werden der AfD unsere Flagge aber sicher nicht überlassen.“

In Deutschland wehen Fahnen bisher vor allem vor staatlichen Einrichtungen wie Behörden. Eine regelmäßige Beflaggung von Schulgebäuden gibt es bislang etwa in den USA.

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