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Wilders sorgte mit seinem Anti-Islam-Film "Fitna" weltweit für Aufregung.

Anti-Islam-Film

Wilders kündigt "Fitna 2" an

Geert Wilders will einen neuen Fitna-Film auflegen. Der niederländische Rechtspopulist rechnet damit, dass "Fitna 2" wie schon sein erster Film heftige Reaktionen auslösen wird.

Amsterdam. Bei Geert Wilders sieht Hollands Zukunft so aus: Muslime überschwemmen das Land, Frauen fallen "Ehrenmorden" zum Opfer und das Königreich an der Nordsee ist übersät mit Moscheen, in denen zum Heiligen Krieg geblasen wird.

Dieses düstere Szenario beschwor der Chef der Partei für die Freiheit (PVV) vor einem Jahr in seinem Internet-Video "Fitna". Aus Furcht vor Anschlägen wütender Muslime erhöhte die Regierung in Den Haag die Terrorwarnstufe. Auch für Deutschland sei die Gefährdung größer geworden, erklärte damals das Bundeskriminalamt. Jetzt kündigte Wilders "Fitna 2" an.

Folgen einer "Islamisierung"

Politische Parteien und Muslim-Verbände in den Niederlanden reagierten am Donnerstag hingegen zurückhaltend auf Wilders Erklärung, er werde mit professioneller Hilfe aus den USA eine Fortsetzung seines vor einem Jahr heftig umstrittenen Internet- Films "Fitna" produzieren. "Fitna 2" werde die Folgen einer zunehmenden "Islamisierung" des Westens deutlich machen.

Die Sicherheitsdienste prüften nun, welche Auswirkungen die Ankündigung möglicherweise für die Bedrohungssituation in den Niederlanden hat, erklärte ein Sprecher der Anti-Terrorismus-Behörde (NCTB). Dies sei die übliche Reaktion. Nach Einschätzung der Behörde war durch Wilders ersten Film die Gefahr von Anschlägen gewachsen.

Innenministerin Guusje ter Horst hatte Anfang April erklärt, die Bedrohungslage sei noch so ernst, dass die zweithöchste Alarmstufe "substanziell" aufrechterhalten bleiben müsse. Sie verwies dabei auch auf den Afghanistan-Einsatz der niederländischen Streitkräfte.

Finanzielle Unterstützung

Wilders (45) hofft nach Angaben der Zeitung "De Telegraaf" auch auf finanzielle Unterstützung durch interessierte Kreise in den USA. Darüber habe er kürzlich in Florida Gespräche geführt.

Der Oppositionspolitiker will seinen neuen Film ungeachtet der gegen ihn laufenden strafrechtlichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung produzieren. Sie waren wegen der Veröffentlichung des ersten "Fitna"-Videos sowie wegen öffentlicher Auftritte von Wilders eingeleitet worden, bei denen er den Islam als faschistisch und dessen Propheten Mohammed als Barbaren bezeichnet hatte.

Den Ausgang des Verfahrens wolle er nicht erst abwarten, sagte Wilders. "Wir müssen zum Angriff übergehen und offensiv handeln." Wilders PVV ist in den letzten Monaten immer populärer geworden.

Laut Meinungsumfragen gilt sie derzeit als stärkste politische Kraft der Niederlande. Bei Neuwahlen würde die PVV, die seit 2006 neun Abgeordnete hat, demnach mehr als 30 Parlamentssitze erobern und damit sogar den Christlich-Demokratischen Appell (CDA) von Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende übertrumpfen.

Wie "Fitna 2" konkret ausfällt, bleibt noch ungewiss. Der Streifen wird frühestens 2010 veröffentlicht. Die Richtung ist aber klar: "Ich will aufzeigen", sagte Wilders, "was die massenhafte Einwanderung aus muslimischen Ländern, für die hier alle Türen offenstehen, inzwischen bereits für Folgen hat". (dpa)

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