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Nach Terroranschlag in Wien: Durchsuchungen in Deutschland, bisher keine Festnahmen

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Nach dem Terroranschlag in Wien durchsucht die Polizei auch in Deutschland Wohnungen und Gebäude. Dabei wurden mögliche Beweismittel sichergestellt, jedoch kein Verdächtiger festgenommen.

  • Wien: Vier Menschen sind durch einen islamistischen Terroranschlag ums Leben gekommen, 23 wurden teils schwer verletzt. Die Polizei erschoss den Attentäter kurz nach der Tat.
  • Eines der Opfer kam aus Deutschland.
  • Die Polizei durchsucht Räume in Osnabrück, Kassel und im Kreis Pinneberg bei Hamburg.

Update vom Freitag, 06.11.2020, 14.00 Uhr: Die vier Personen, deren Wohnungen und Geschäftsräume heute Ziel polizeilicher Durchsuchungen nach dem Terrorangriffi in Wien waren, werden von Ermittlern der islamistischen Szene zugeordnet. Sie standen mit dem Attentäter vor der Tat in Kontakt. Die Verdächtigen lebten zuletzt in Kassel, Osnabrück und dem Kreis Pinneberg. Vom 16. bis 20. Juli soll der Mann aus Kassel und einer der Männer aus Osnabrück den Attentäter sogar in dessen Wohnung in Wien besucht haben, wie mit Berufung auf Sicherheitskreise berichtet wird.

Während die dritte Person persönlich mit dem Täter in Verbindung stand, hatte der vierte Mann nur indirekt über Dritte Kontakt mit dem Attentäter. Einer der vier Personen ist den deutschen Behörden schon länger bekannt, so berichtet das Nachrichtenportal Spiegel.de. Mit den Razzien sollten hauptsächlich mögliche Beweismittel sichergestellt werden. Keiner der vier Männer wurde festgenommen, sie gelten zunächst als Zeugen.

Polizei-Großeinsatz nach Terroranschlag in Wien.

Update vom Freitag, 06.11.2020, 07.25 Uhr: Sicherheitskräfte haben am Freitagmorgen in Deutschland mit Durchsuchungen im Zusammenhang mit dem islamistischen Anschlag von Wien begonnen. Es würden Wohnungen und Geschäftsräume von vier Personen in Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein durchsucht, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden bei Twitter mit. Die vier Personen seien nicht tatverdächtig, es solle aber Verbindungen zu dem mutmaßlichen Attentäter gegeben haben. Einer BKA-Sprecherin zufolge lief die Aktion am Freitagmorgen noch.

Die Durchsuchungen fanden laut BKA-Angaben in Osnabrück, Kassel und im Kreis Pinneberg bei Hamburg statt. Die Durchsuchungsbeschlüsse seien am Donnerstag beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs erwirkt worden. Zuvor habe die österreichische Justiz entsprechende Erkenntnisse an deutsche Behörden übermittelt, hieß es.

Terrorattacke in Wien: Attentäter wollte Munition in der Slowakei kaufen - Österreich war informiert

+++ Donnerstag, 05.11.2020, 08.25 Uhr: Der islamistische Attentäter von Wien ist seinem Betreuer im Deradikalisierungsprogramm Derad vor der Tat wegen seiner extremen Gläubigkeit aufgefallen. Das sagte Derad-Mitbegründer Moussa Al-Hassan Diaw der DPA in Wien. Hinweise auf eine bevorstehende Bluttat habe es dabei allerdings nicht gegeben. Ein Bericht über die Einschätzung sei wie üblich an die Justizbehörden übermittelt worden. Als deradikalisiert habe er, anders als vom Innenministerium betont, nie gegolten.

Drei Tage nach dem Terroranschlag in einem Ausgehviertel der österreichischen Hauptstadt stehen zunehmend mögliche Pannen der Sicherheitsbehörden im Fokus.

Terrorattacke in Wien: Attentäter wollte Munition in der Slowakei kaufen - Österreich war informiert

+++ 12.10 Uhr: Der beim Terrorangriff in Wien erschossene Attentäter ist zuvor der slowakischen Polizei bei einem versuchten Munitionskauf aufgefallen. Das erklärte eine Polizeisprecherin am Mittwoch dem TV-Nachrichtensender TA3. In einer Mitteilung auf ihrer offiziellen Facebook-Seite betonte die Polizeidirektion in Bratislava am selben Tag, die in Wien verwendeten Waffen könnten nicht aus der Slowakei stammen.

Zur Erläuterung hieß es: „Die slowakische Polizei erhielt im Sommer die Information, dass verdächtige Personen aus Österreich versuchten, in der Slowakei Munition zu kaufen. Es gelang ihnen aber nicht, den Kauf zu realisieren.“ Die Information sei unverzüglich der Polizei in Österreich übermittelt worden. Weitere Angaben wolle man nicht machen, um die Ermittlungen in Österreich nicht zu gefährden.

Alexander Van der Bellen (l-r), Bundespräsident von Österreich, und Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, gedenken der Opfer bei einer Kranzniederlegung im Bereich des Tatorts des Terroranschlags in der Wiener Innenstadt.

Terrorattacke in Wien: Attentäter soll alleine gehandelt haben - Staatstrauer in Österreich  

Update vom Mittwoch, 04.11.2020, 04.33 Uhr: Nach dem Terroranschlag mit mindestens vier Todesopfern in Wien gehen in Österreich am Mittwoch die Ermittlungen weiter. Zentral ist dabei etwa die Frage, ob der von der Polizei am Tatort erschossene IS-Sympathisant alleine handelte. „Es verdichten sich die Informationen ganz erheblich, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. Dennoch haben wir im öffentlichen Raum enorme Sicherheitsmaßnahmen ergriffen“, sagte der Chef der höchsten Polizeibehörde, Franz Ruf, am Dienstagabend im Sender ORF.

Nachdem in der Nacht zum Dienstag fieberhaft nach weiteren Tätern gesucht worden war, gingen die österreichischen Behörden zuletzt von einem einzigen Attentäter aus. Sie wollten aber weitere Beteiligte nicht endgültig ausschließen und zunächst das umfangreiche Bildmaterial weiter auswerten. 14 Menschen aus dem Umfeld des Täters waren in den Stunden nach dem Attentat vorläufig festgenommen und 18 Wohnungen durchsucht worden.

Zudem gibt es auch die Sorge vor weiteren Taten. Man befinde sich in einer „sensiblen Phase“, in der sicherzustellen sei, dass es nicht zu Nachahmungstaten komme, sagte Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Dienstag.

Am Mittwoch herrscht in Österreich der zweite von insgesamt drei Tagen Staatstrauer für die Opfer des Terrorakts. Die Schulen sollen zu Beginn des Unterrichts eine Gedenkminute abhalten. In Wien soll am Mittwoch wieder ein normaler Schultag stattfinden, nachdem die Schulpflicht aufgrund der unklaren Lage in der Nacht zum Dienstag für einen Tag ausgesetzt worden war.

Terrorattacke in Wien: IS reklamiert Anschlag für sich – Deutsche unter Opfern

+++ 19.11 Uhr: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag in Wien mit vier Todesopfern und 22 teils schwer Verletzen für sich reklamiert. Ein „Soldat des Kalifats“ habe die Attacke mit Schusswaffen und einem Messer verübt und in der österreichischen Hauptstadt rund 30 Menschen getötet oder verletzt, darunter auch Polizisten, teilte der IS auf seiner Plattform Naschir News mit.

Unterdessen hat die Polizei in der Schweiz zwei Männer festgenommen, die möglicherweise mit dem Attentäter von Wien in Verbindung standen. Der 18- und der 24-Jährige aus Winterthur gerieten laut Kantonspolizei Zürich in den Fokus, als die Polizei mögliche Verbindungen der Taten in Wien in die Schweiz prüfte. Nach Abstimmung mit den österreichischen Behörden nahm eine Spezialeinheit die beiden Männer in Winterthur fest. Inwiefern es eine Verbindung zwischen den Festgenommenen und dem Attentäter gebe, sei Gegenstand der laufenden Abklärungen und Ermittlungen, teilte die Kantonspolizei weiter mit.

+++ 17.30 Uhr: Bei dem Terroranschlag in Wien ist auch eine Deutsche getötet worden. Das berichtet Außenminister Heiko Maas. Genauere Details zur Identität der Toten sind noch unbekannt.

Erhöhte Terrorgefahr auch in Großbritannien

+++ 17.18 Uhr: Auch in anderen Staaten steigt nach den Anschlägen in Österreich und Frankreich die Sorge vor neuen Terroranschlägen. In Großbritannien wurde die Terrorwarnstufe nach dem Anschlag in Wien auf „severe“ (ernst) gesetzt. Das berichtet die BBC. Damit ist ein Terroranschlag in Großbritannien nach offizieller Einschätzung der Behörden „hoch wahrscheinlich“. „Severe“ ist die zweithöchste Warnstufe in Großbritannien. Die höchste ist „critical“ mit einem „hoch wahrscheinlich“ bevorstehenden terroristischen Anschlag „in der nahen Zukunft“.

Zuletzt war die Warnstufe in Großbritannien im November auf die dritthöchste Stufe gesenkt worden. Einfluss auf die Warnstufe nehmen laut britischem Inlandsgeheimdienst MI5 verfügbare Informationen, Kapazitäten von Terroristen, Intentionen von Terroristen und die Erkenntnisse zum Fortschritt aktueller terroristischer Planungen. Was genau die Anhebung der Warnstufe ausgelöst hat, war zunächst nicht bekannt.

+++ 15.03 Uhr: Infolge des Terroranschlags sind in Österreich 14 Menschen festgenommen worden. Nach neusten Informationen gibt es keine Hinweise auf einen zweiten Täter. Den Behörden seien rund 20.000 Videos von dem Anschlag in Wien zur Verfügung gestellt worden, sagte Österreichs Innenminister Karl Nehammer. Die Zahl der Verletzten ist mitlerweile auf 22 gestiegen, einige von ihnen weisen schwere Verletzungen auf.

Weitere Terrorangriffe in Europa befürchtet

+++ 14.49 Uhr: Nach dem Terroranschlag von Wien spricht der Osnabrücker Islamwissenschaftler Michael Kiefer von einer erhöhten Gefahr weiterer Anschläge. Seiner Ansicht nach ist der Angriff von Wien in einer Reihe mit den Terrorakten in Paris, Nizza und Dresden zu sehen, so Kiefer im Gespäch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Seiner Ansicht nach sind zwei Szenarien denkbar. Zum einen eine Reihe von Einzelanschlägen, zum anderen eine koordinierte Serie von Terroranschlägen durch ehemalige Mitglieder des sogenannten „Islamischen Staates“. Die Corona-Pandemie erzeuge eine angespannte Situation, die auf die Attentäter wie eine Einladung wirke, so Kiefer. Weitere Anschläge könnten folgen. Daher seien derzeit vor allem die Sicherheitsbehörden gefragt, um weitere Anschläge wie den in Wien zu verhindern. Prävention und Deradikalisierung wirkten nur langfristig, auch wenn Deutschland in diesem Bereich inzwischen gut aufgestellt sei.

Wiener Philharmoniker setzen spontanes Zeichen gegen den Terror

Im Nachgang des Terroranschlags gibt es aber auch Bilder, die ein anderes Bild der Situation zeigen. So sollen in der Wiener Staatsoper während des Anschlags Mitglieder der weltberühmten Wiener Philharmoniker bewusst zu ihren Instrumenten gegriffen haben, um ein Zeichen gegen die Angst und den Terror zu setzen.

Barbara Lovett schrieb dazu auf Twitter: „Die Polizei beschützte uns nach der heutigen Vorstellung in der Wiener Staatsoper. Während wir warteten, begannen Mitglieder der Wiener Philharmoniker zu spielen. Kein Angriff wird je die Musik in Wien aufhalten.“ Zu hören ist in einem kurzen Video, das Lovett auf Twitter postete, wie das „Kaiserquartett“ von Joseph Haydn gespielt wird. Das Stück bildet die Melodie für die österreichische Kaiserhymne und die deutsche Nationalhymne.

Attentäter von Wien war schon vor Terroranschlag bekannt

+++ 12.00 Uhr: Nach und nach werden weitere Details zum Anschlag in Wien bekannt. Der Attentäter war nach offiziellen Angaben ein Anhänger der radikalislamistischen Terrormiliz IS und hatte nordmazedonische Wurzeln. Der 20-jährige Kujtim Fejzulai hatte demnach am Montagabend nahe der Hauptsynagoge in der Wiener Innenstadt um sich geschossen, mindestens vier Menschen getötet und mehr als ein Dutzend weitere verletzt. Anschließend wurde er von der Polizei erschossen. Sein konkretes Motiv war zunächst unklar. Es kamen ein älterer Mann, eine ältere Frau, ein junger Passant und eine Kellnerin ums Leben, wie Kanzler Sebastian Kurz am Dienstag sagte. Mindestens sieben Menschen seien „in kritischem, lebensbedrohlichem Zustand“, sagte eine Klinikverbandssprecherin.

Terror in Wien: Attentäter war bekannt und bereits in Haft

Der Attentäter wollte in der Vergangenheit nach Syrien ausreisen, um sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen, teilte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) der Nachrichtenagentur APA mit. Er wurde daran gehindert und am 25. April 2019 wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 22 Monaten Haft verurteilt. Der Mann sei jedoch am 5. Dezember „vorzeitig bedingt entlassen“ worden. Demnach galt er als junger Erwachsener und fiel damit unter die Privilegien des Jugendgerichtsgesetzes. Der 20-jährige hatte einen österreichischen und nordmazedonischen Pass. Ob er einen oder mehrere Komplizen hatte, ist noch unklar.

+++ 08:20 Uhr: Bei der Terrorattacke in Wien sind nach offiziellen Angaben mindestens vier Passanten getötet worden. Es handele sich um zwei Männer und zwei Frauen, bestätigte der österreichische Innenminister Karl Nehammer der Nachrichtenagentur APA am Dienstagmorgen. Zudem wurde ein Täter von der Polizei erschossen. Die Behörden sprachen außerdem von mehr als einem Dutzend zum Teil schwer verletzten Menschen, darunter auch ein Polizist. Ob ein oder mehrere Attentäter beteiligt waren, ist aus Sicht der Behörden weiter unklar. Sie gehen von einem islamistischen Motiv aus. 

Nach Anschlag in Wien: Täter wohl flüchtig

+++ 7.00 Uhr: Bei der Terrorattacke in Wien sind nach Angaben der österreichischen Polizei am Montagabend drei Passanten getötet worden. Es handele sich um zwei Männer und eine Frau. Dazu komme der von der Polizei erschossene Täter, hieß es am Dienstagmorgen. Die Polizei sprach außerdem von mindestens 15 zum Teil schwer verletzten Menschen.

Die Attacke geht nach den Worten von Österreichs Innenminister Karl Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen. Der Attentäter sei ein Sympathisant der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen, sagte Nehammer am Dienstagmorgen. Der Mann sei mit einem Sturmgewehr bewaffnet gewesen und habe außerdem eine Sprengstoffgürtel-Attrappe getragen. Er habe offenbar Panik verbreiten wollen.

Die Wohnung des Verdächtigen sei auf der Suche nach belastendem Material durchsucht worden, hieß es. 1000 Beamte seien in Wien im Einsatz. „Wir können derzeit nicht ausschließen, dass es noch andere Täter gibt“, sagte Nehammer. Die entsprechenden Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

+++ 6.25 Uhr: Die Terrorattacke von Wien geht nach den Worten von Österreichs Innenminister Karl Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen. Der Attentäter sei ein Sympathisant der Terrormiliz „Islamischer Staat“ gewesen, sagte Nehammer am Dienstagmorgen in Wien. 

+++ 4.50 Uhr: Die Suche nach einem weiteren Attentäter läuft nach den Schüssen von Wien auch am frühen Morgen auf Hochtouren. Aufgrund der Gefahrensituation wurden die Bürger aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. Schüler müssen am heutigen Dienstag in Wien nicht zur Schule. 

+++ 2.45 Uhr:  Stunden nach den Schüssen in Wien ist ein zweites Opfer der Angreifer gestorben. Eine Frau sei im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, sagte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im ORF. Darüber hinaus erklärte er, dass der erschossene Attentäter wohl keinen Sprengstoffgürtel, sondern eine Attrappe getragen habe. Dies werde derzeit noch näher untersucht. Der Mann sei mit einer Langwaffe, aber auch mit einer Pistole und einer Machete ausgerüstet gewesen. Er war „sehr umfassend vorbereitet“, wie Ludwig erklärte. Die Polizei überprüft derzeit noch die Identität des Attentäters. 

Wien: Mehrere Täter mit Gewehren – Polizei spricht von sechs Tatorten

+++ 0.44 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz verurteilte den Angriff in Wien als „widerwärtigen Terroranschlag“. „Es ist der Polizei gelungen, einen Täter auszuschalten, aber es sind nach wie vor mehrere Täter auf der Flucht“, sagte er am späten Abend im ORF. Auch nach Mitternacht gab es noch keine Entwarnung. Kurz nannte die Sicherheitslage in der Stadt weiterhin sehr angespannt, Einsatzkräfte suchten auf Hochtouren nach mehreren Tätern. Das gesamte Zentrum der österreichischen Hauptstadt war weiträumig abgesperrt. An die zwei Millionen Einwohner appellierten die Behörden, zu Hause zu bleiben. Neben der Polizei waren auch Soldaten im Einsatz.

Großeinsatz der Polizei in Wien. Nach einem Anschlag kommt es zu Toten und Verletzten.

Kurz forderte die Bevölkerung in Wien dazu auf, weiter an einem sicheren Ort zu bleiben. „Ob es möglich ist, morgen in der Früh ganz normal das öffentliche Leben aufzunehmen, das wird stark von der heutigen Nacht abhängen und ob es gelingt, die Verdächtigen zu fassen beziehungsweise auszuschalten.“ Ein antisemitischer Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden. Zugleich fügte er hinzu: „Wir können zu dem Hintergrund noch nicht wirklich etwas sagen.“

Schüsse in Wien: Täter feuerten „wahllos auf Personen in den Lokalen“

+++ 0.04 Uhr: Nach den Schüssen in Wien mit zahlreichen Verletzten und mindestens zwei Toten ist nach Angaben des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig noch unklar, wie viele Täter an dem mutmaßlichen Terrorangriff in der österreichischen Hauptstadt beteiligt waren. Auch zu den Hintergründen gebe es noch „keine gesicherten Erkenntnisse“, sagte der 59-Jährige im ORF. Ludwig erklärte, dass bei dem Angriff „wahllos auf Personen in den Lokalen“ geschossen worden sei - vor allem auf jene, die draußen saßen. Es könne derzeit noch nicht abgeschätzt werden, ob es „weitere Gefahrenmomente gibt“. Er rief die Wiener Bevölkerung daher dazu auf, zu Hause zu bleiben und Ruhe zu bewahren.

Ludwig erklärte, dass einer der Angreifer womöglich einen Sprengstoffgürtel getragen hat. Es gebe diese Vermutung, sagte er. „Wir werden bald mehr wissen, ob es sich um einen solchen Sprengstoffgürtel gehandelt hat“, erklärte der Politiker.

Schüsse in Wien: 15 Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert

+++ 23.37 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Wien sind bis zum späten Abend 15 Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert worden. Das sagte der Sprecher des Wiener Gesundheitsverbunds, Christoph Mierau, der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Mindestens sieben der Opfer hätten schwere Verletzungen davongetragen. Die Wiener Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass bei dem Anschlag in der Wiener Innenstadt ein Passant gestorben sei und mehrere Menschen schwer verletzt worden seien, darunter ein Polizist.

+++ 23.06 Uhr: Nach den Schüssen und mehreren Verletzten und Toten in Wien kreisen über der Innenstadt am späten Abend weiter Hubschrauber, Polizeisirenen klingen durch die Nacht. Einsatzwagen rasen aus den Außenbezirken in Richtung Innenstadt, in der sich die laut Innenminister mutmaßliche Terrorattacke ereignet hat.

Im 1. Bezirk, der historischen Wiener Innenstadt, sitzen Gäste in Lokalen und warten darauf, dass die Polizei ihnen grünes Licht zum Verlassen gibt. Um den Schwedenplatz, einer belebten Ausgehmeile an einem Verkehrsknotenpunkt am Donaukanal, in dessen Nähe die ersten Schüsse gefallen sind, sind die Straßen voller Blaulicht, weiträumig ist der ganze Bezirk abgesperrt.

Schüsse in Wien: Passanten fliehen in Panik

Unmittelbar nach den Schüssen war auf Videos zu sehen, wie Passanten in Panik durch die Fußgängerzonen rannten. Nach Angaben von Reportern hoben manche die Arme, um den Polizisten zu zeigen, dass sie unbewaffnet waren.

Die Polizei appelliert weiter an alle Menschen in Wien, zuhause zu bleiben. Die Straßen in den innenstadtnahen Bezirken haben sich geleert, vereinzelte Passanten gehen mit schnellerem Schritt vorbei. Vor einer Bar einige Straßen stadtauswärts des Rings sitzen noch einige Gäste, fast jeder von ihnen schaut gebannt auf sein Smartphone. Der Montag war der letzte Abend vor dem Corona-Lockdown in Österreich. Die Straßen in der Innenstadt waren gut gefüllt.

+++ 22.38 Uhr: Die Polizei in Wien spricht nach den Schüssen in der Innenstadt nun von mehreren Tätern mit Langwaffen. Es gebe (derzeit) sechs Tatorte. Außerdem bestätigt die Wiener Polizei ein Todesopfer. Es gebe mehrere Schwerverletzte, unter ihnen auch ein Polizist.

Rettungsdienst nach Schüssen in Wien: Mehrere Tote und Verletzte

+++ 22.34 Uhr: Bei der mutmaßlichen Terrorattacke in der Wiener Innenstadt hat es nach Angaben des Wiener Rettungsdienstes mehrere Tote und Verletzte gegeben. „Zahlenmäßig eingrenzen können wir das noch nicht, wir sind noch dabei, uns einen Überblick zu verschaffen“, sagte der Sprecher der Wiener Berufsrettung, Daniel Melcher, der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Der Angriff dauere an und es gebe mehrere Täter, sagte zuvor Innenminister Karl Nehammer dem Fernsehsender ORF.

In der Wiener Innenstadt werden nach Angaben der Polizei derzeit keine Haltestellen mehr vom öffentlichen Nahverkehr angefahren. „Bleiben Sie in Sicherheit, verlassen Sie öffentliche Orte umgehend“, twitterte die Polizei der österreichischen Hauptstadt.

Schüsse in Wien: Große Teile der Innenstadt abgeriegelt

+++ 22.20 Uhr: Nach den Schüssen sind große Teile der Innenstadt von Wien nach Medienberichten von der Polizei abgeriegelt. Die Polizei sei mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Die Anwohner wurden aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

Auf einem Video, das dem Magazin „Falter“ vorliegt, soll zu sehen sein, wie ein Mann gegenüber der Synagoge in der Wiener Innenstadt wahllos in Lokale schießt. 

Schüsse in Wien: Angreifer möglicherweise auf der Flucht

Ein Angreifer sei tot, ein weiterer befinde sich möglicherweise auf der Flucht, meldete die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das österreichische Innenministerium. Ein Polizist wurde demnach schwer verletzt.

Ein Augenzeuge sagte dem Fernsehsender ORF, ein Täter habe nahe der Synagoge „mit einer automatischen Waffe wild geschossen“. Im Sender oe24.TV berichtete ein anderer Zeuge, es seien „mindestens 50 Schüssen“ abgegeben worden.

Schüsse in Wien – Innenminister: „Angriff läuft noch“

+++ 22.08 Uhr: Bei den Schüssen in Wien handelt es sich nach den Worten von Innenminister Karl Nehammer augenscheinlich um einen Terroranschlag. „Der Angriff läuft noch“, sagte der Minister im ORF. Er ergänzte, dass es mehrere Verletzte und wohl auch Tote gegeben habe. Genaueres sei in diesem Moment noch schwierig zu sagen. 

+++ 21.41 Uhr: Nach den Schüssen in der Innenstadt von Wien ist ein mutmaßlicher Täter festgenommen worden. Dies berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA am Abend unter Berufung auf das Innenministerium. Einer Ministeriumssprecherin zufolge wurde bei dem Schusswechsel in der Nähe des Schwedenplatzes ein Polizeibeamter angeschossen und schwer verletzt.

Ob die nahe gelegene Synagoge Ziel des Angriffs war, lasse sich noch nicht bestätigen, sagte die Sprecherin. Die Hintergründe sind weiter unklar. Offen blieb bisher auch, ob es sich um einen einzelnen oder mehrere Täter handelte.

Mitten in Wien: Maskierter Schütze gibt Schüsse ab

Erstmeldung vom 02.11.2020, 21.01 Uhr: Bei den Schüssen in Wien habe es mehrere Verletzte gegeben. Das berichtet die österreichische Nachrichtenagentur APA. Die Polizei Wien berichtet bei Twitter über einen größeren Polizeieinsatz in der Innenstadt. Auf Videos, die der Privatsender „Oe24“ am Abend ausstrahlte, war ein maskierter Schütze zu sehen, der auf offener Straße zumindest zwei Schüsse abfeuerte. Ein anderes Video zeigte eine große Blutlache vor einem Restaurant. 

Das Innenministerium sprach gegenüber der APA entweder von einem Terroranschlag oder einem Amoklauf. Ein Täter soll tot sein, ein weiterer befand sich möglicherweise auf der Flucht.

Schüsse in Wien: Polizei rät, Plätze im Stadtgebiet zu meiden

Möglicherweise handle es sich um einen Angriff auf eine Synagoge. „Wir sind mit allen möglichen Kräften im Einsatz“, schrieb die Polizei auf Twitter. „Bitte meiden Sie alle öffentlichen Plätze im Stadtgebiet“, hieß es weiter. Zudem wurde darum gebeten, keine Videos oder Fotos hochzuladen. „KEINE Videos und Fotos in sozialen Medien posten, dies gefährdet sowohl Einsatzkräfte als auch Zivilbevölkerung!“ Viele Menschen, die in der Gegend unterwegs waren, flohen in Panik.

Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, schrieb auf Twitter, es könne derzeit nicht gesagt werden, ob der Stadttempel eines der Ziele war. „Fest steht allerdings, dass sowohl die Synagoge in der Seitenstettengasse als auch das Bürogebäude an der selben Adresse zum Zeitpunkt der ersten Schüsse nicht mehr in Betrieb und geschlossen waren.“ (tom mit dpa/afp)

Rubriklistenbild: © Georg Hochmuth/dpa

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