Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Im Stadtrat von Kirkuk sind Araber, Kurden, Turkmenen und Assyrer vertreten. US-Soldaten hatten vor der Abstimmung fünf arabische Delegierte abgeführt, weil sie nach Angaben der Amerikaner im Verdacht stehen, Verbindungen zur Baath-Partei Saddam Husseins zu haben.
+
Im Stadtrat von Kirkuk sind Araber, Kurden, Turkmenen und Assyrer vertreten. US-Soldaten hatten vor der Abstimmung fünf arabische Delegierte abgeführt, weil sie nach Angaben der Amerikaner im Verdacht stehen, Verbindungen zur Baath-Partei Saddam Husseins zu haben.

Wiederaufnahme des Ölexports soll Aufbau Iraks finanzieren helfen

Förderbeginn binnen weniger Wochen geplant / UN ernennen Vieira de Mello zum Sonderbeauftragten für Menschenrechte

BAGDAD/NEW YORK, 25. Mai (ap/dpa). Iraks geschäftsführender Ölminister Thamer el Ghadhban erklärte am Samstag, innerhalb eines Monats solle die Produktion auf etwa 1,5 Millionen Barrel täglich verdoppelt werden - das wäre die Hälfte des Volumens unter dem gestürzten Präsidenten Saddam Hussein vor dem Krieg. Auf einer Pressekonferenz in Bagdad sagte er: "Wir hoffen, in zwei Wochen wieder auf dem Markt zu sein." Öleinkünfte sind von den USA für den Wiederaufbau des Landes fest eingeplant.

Nach der Aufhebung der UN-Sanktionen vom Donnerstag kann Irak wieder in den Kreis der Öl exportierenden Länder zurückkehren. Während der 13 Jahre geltenden Sanktionen durfte Irak nur unter Aufsicht des UN-Programms Öl für Lebensmittel den Rohstoff exportieren.

Verträge, die noch unter dem alten Regime geschlossen wurden, würden bevorzugt geprüft werden, sagte Ghadhban. Er fügte hinzu, dass man mit allen internationalen Ölgesellschaften Geschäfte machen werde. Man werde aber den Rohstoff nicht - wie zu früheren Zeiten - zu geringeren Preisen auf den internationalen Märkten verkaufen, sondern versuchen, das Maximum zu erzielen. Die Einnahmen kämen nur dem irakischen Volk zugute.

UN-Generalsekretär Annan informierte am Freitag den Sicherheitsrat in New York schriftlich über die Ernennung Vieira de Mellos Der 55-jährige Diplomat aus Brasilien gilt als erfahrener Konfliktmanager und erwarb sich bei seinen Einsätzen in Libanon und Osttimor einen guten Ruf. Er war auch der Wunschkandidat der USA und ist in vielen Ländern Europas, Afrikas und Lateinamerikas sowie bei Menschenrechtsorganisationen hoch angesehen. Vieira de Mello wird aber nur vier Monate als Sonderbeauftragter für Irak tätig sein. Aus diplomatischen Kreisen verlautete, Annan habe die Amtszeit beschränkt, weil er dem Amt des Menschenrechtsbeauftragten große Bedeutung beimesse. Das soll Vieira de Mello wieder aufnehmen. Der am Donnerstag vom Sicherheitsrat verabschiedeten Irak-Resolution zufolge wird Vieira de Mello zusammen mit den Besatzungsmächten den Wiederaufbau und das Verfahren zur Gestaltung der politischen Nachkriegsordnung in Irak koordinieren.

Die Besatzungsmächte forderten die irakische Bevölkerung auf, ihre Waffen an Sammelstellen abzugeben. Wer nach dem 14. Juni noch unerlaubt Waffen trage, werde vor Gericht gestellt, zitierte das US-Kommando Mitte aus einer Erklärung des neuen US-Zivilverwalters Paul Bremer.

Den kurdischen Kämpfern in Nordirak wollen die USA nach Informationen der New York Times erlauben, halbautomatische Gewehre und schwere Waffen zu behalten. Die schiitischen Milizen sollen dagegen ihre Ausrüstung abgeben und haben bereits dagegen protestiert, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen Entwurf für eine entsprechende Direktive der US-Besatzungsmacht.

Bei der Wahl eines neuen Stadtrates in Kirkuk führten US-Soldaten vor der Abstimmung fünf arabische Delegierte des zuvor benannten Wahlmännergremiums ab, da sie nach Angaben der Amerikaner im Verdacht stehen, Verbindungen zur verbotenen Baath-Partei Saddam Husseins zu haben. "Wenn dies Demokratie ist, dann ist sie keinen Pfennig wert", kommentierte Abdel Karim Habib, ein früherer politischer Gefangener und für die Versammlung bestellter unabhängiger Wahlmann. Da dem neuen Stadtrat von Basra mehrere Mitglieder der Baath-Partei angehören, wollen britische Militärkommandeure das Gremium auflösen.

Zwei Töchter Saddam Husseins, Ragha und Rana, wollen der arabischen Zeitung Al-Sharq Al-Awsat zufolge als politische Flüchtlinge nach Großbritannien oder in ein arabisches Land gehen.

Dossier: Irak nach dem Krieg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare