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Wieder mehr Asylanträge von Afghaninnen und Afghanen in Deutschland

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Von: Fabian Scheuermann

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Der US-Militässtützpunkt im pfälzischen Ramstein ist Drehkreuz für die Rettung von Schutzsuchenden und Ortskräften aus Afghanistan.
Der US-Militässtützpunkt im pfälzischen Ramstein ist Drehkreuz für die Rettung von Schutzsuchenden und Ortskräften aus Afghanistan. © dpa

Neue Zahlen: Die Zahl der Schutzsuchenden aus Afghanistan in Deutschland war im Juli deutlich höher als in den Vormonaten und im Vorjahr.

Knapp 30 Kilometer Zaun hat Griechenland im August an besonders seichten Stellen des Flusses Evros errichtet, der im Nordosten des Landes die Grenze zur Türkei bildet – zusätzlich zu elf Kilometern bereits existierendem Zaun.

Im Staatsfernsehen begründete der zuständige griechische Minister Michalis Chrysochoidis das Vorgehen damit, dass man so besser eine womöglich zunehmende Anzahl afghanischer Flüchtlinge vom Grenzübertritt abhalten könne. Abschottung vor Schutzsuchenden – das ist nicht erst seit dem Sondertreffen der EU-Innenminister:innen Anfang der Woche klar – ist in vielen Staaten der EU das Gebot der Stunde. In Deutschland ist die Anzahl Asylsuchender aus Afghanistan in den vergangenen Monaten, in denen das Land nach und nach von den Taliban überrannt wurde, dennoch angestiegen.

So stellten laut einer Statistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) im Juli 2.353 Afghan:innen in Deutschland einen Asylerstantrag. Im Vormonat waren es 1.492 – im Durchschnitt des Vorjahres pro Monat 825.

Asyl: Die „Obergrenze“ der Groko ist noch weit entfernt

Menschen aus Afghanistan stellten im Juli 2021 demnach 19,3 Prozent aller neuen Asylanträge in Deutschland. Mehr Anträge kamen nur von Syrerinnen und Syrern. Auch 2020 war die Aufteilung schon so – jedoch machten die Afghan:innen damals „nur“ 9,7 Prozent der Schutzsuchenden in Deutschland aus. Insgesamt liegt die Anzahl der Menschen, die es nach Deutschland schaffen und dann hier einen Schutzstatus ersuchen seit März 2021 wieder durchgängig über den Werten der entsprechenden Monate im Vorjahr.

Linke: Niedrige Aufnahmezahlen sind „beschämende Nachricht“

Insgesamt, darauf weist die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke, hin, blieb Deutschland im ersten Halbjahr mit der Netto-Aufnahme von rund 47.000 Menschen allerdings deutlich hinter der von der Groko formulierten „Obergrenze“ zurück – diese liegt bei 220.000 Menschen im Jahr.

„Angesichts der weltweit gestiegenen Flüchtlingszahlen ist das eine beschämende Nachricht, denn als reiches Land wird Deutschland damit seiner Verantwortung für den Flüchtlingsschutz nicht gerecht“, kritisiert Jelpke.

Komplizierte Zahlen

Der Begriff „Netto-Aufnahme“ von 47.400 Geflüchteten bedeutet: Anzahl der Asylerstanträge (ohne Anträge für in Deutschland geborene Kinder) plus Zuzüge via Resettlement plus Zuzüge via Familiennachzug abzüglich Abschiebungen und Ausreisen. (FR)

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