Nach Intervention

Wieder in Freiheit

In Libyen gefangen gehaltene Türken sind entlassen worden.

Sechs in Libyen festgehaltene türkische Staatsbürger sind nach scharfen Drohungen aus Ankara wieder frei. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. Eine direkte Bestätigung aus dem Außenministerium stand noch aus. Anadolu zufolge handelte es sich bei der Gruppe um Seeleute.

Aus Ankara hatte es am Sonntag geheißen, dass die sechs Personen in der Gewalt der „illegalen Miliz“ des libyschen Generals Chalifa Haftar seien. Das sei ein „Akt der Räuberei und der Piraterie“. „Wir erwarten, dass unsere Bürger sofort freigelassen werden.“ Andernfalls würden „Haftars Elemente“ zum „legitimen Ziel“. Am Montag riet das Außenministerium türkischen Staatsbürgern, sich aus Konfliktgebieten in Libyen fernzuhalten.

In dem ölreichen Land in Nordafrika herrscht acht Jahre nach dem Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi Chaos. Die Türkei unterstützt die von den UN anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch, die mit Haftars Truppen um die Macht im Land kämpft. Diese werfen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor, sich in libysche Angelegenheiten einzumischen. Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate sollen Haftars Truppen unterstützen.

Der Ton zwischen Haftars selbst ernannter Libyscher Nationalarmee (LNA), die große Gebiete vor allem im Osten des Landes kontrolliert, und der Türkei hatte sich zuletzt verschärft. Die LNA verbot kommerzielle Flüge zwischen den Ländern, untersagte es türkischen Schiffen, an der libyschen Küste anzulegen, und drohte mit Haftbefehlen gegen Türken.

In der Nacht zum Montag waren in Adschdabia südlich von Bengasi bereits zwei türkische Arbeiter freigelassen worden, die ohne gültigen Haftbefehl festgenommen worden waren. Ob die beiden zu der Sechsergruppe gehörten, für die sich Ankara eingesetzt hatte, blieb aber zunächst unklar. (dpa)

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