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Nordkoreanischer Machthaber Kim Jong Un.

Kim Jong Un

Er ist wieder da

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beendet Spekulationen mit einem öffentlichen Auftritt.

Ein Zwischenfall an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea hat Besorgnis ausgelöst. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs kam es am Sonntag zu einem Schusswechsel zwischen Soldaten beider Länder. Informationen über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Der Generalstab in Südkorea warf nordkoreanischen Soldaten vor, sie hätten Schüsse auf einen südkoreanischen Grenzkontrollposten innerhalb der militärischen Pufferzone abgegeben. Südkoreanische Soldaten hätten das Feuer mit zwei Schusssalven erwidert. Über die bilateralen Kommunikationskanäle solle versucht werden, sich ein Bild von der Lage zu verschaffen und weitere Zwischenfälle zu vermeiden, hieß es. Vor zwei Jahren hatten sich beide Länder auf Maßnahmen zur Entspannung geeinigt. Als Teil der Abmachungen hatten sie mehrere Grenzkontrollposten aufgelöst. Ein Schusswechsel zwischen Grenzsoldaten war zuletzt vor drei Jahren gemeldet worden.

Nachdem in den vergangenen Tagen international über eine schwere Erkrankung oder gar den Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un spekuliert worden war, zeigte sich dieser wieder in der Öffentlichkeit. Zuvor war er fast drei Wochen lang von der Bildfläche verschwunden. Am Samstag berichteten Staatsmedien, Kim habe am 1. Mai an einer Zeremonie zur Fertigstellung einer Düngemittelfabrik teilgenommen. Bilder zeigten ihn gut gelaunt. Wo er in der Zwischenzeit war, blieb ungeklärt. Die offizielle nordkoreanische Zeitung „Rodong Sinmun“ zeigte Fotos von Kim, wie er ein rotes Band zerschneidet oder sich auf dem Fabrikgelände breit lächelnd im Kreis von Funktionären bewegt.

Die staatlich kontrollierten Medien hatten 20 Tage lang nicht mehr von öffentlichen Aktivitäten Kims berichtet. Nun folgte sein inszenierter Auftritt vor jubelndem Publikum. Hunderte Menschen mit Mundschutz klatschten vor der Bühne auf dem Gelände der Sunchon-Phosphatdüngerfabrik. Alle Anwesenden hätten „Hurra“ gerufen, um Kims Einsatz für die Düngemittelindustrie zu würdigen, hieß es. Südkoreas Vereinigungsministerium bestätigte den Auftritt von Kim Jong Un.

US-Präsident Donald Trump schrieb am Samstag auf Twitter: „Ich für meinen Teil freue mich, dass er wieder da ist und es ihm gut geht!“ Trump setzt auf ein gutes Verhältnis zu Kim, um die stockenden Verhandlungen über Nordkoreas Atomwaffenprogramm fortsetzen zu können.

Der US-Nachrichtensender CNN hatte zuletzt unter Berufung auf einen Regierungsbeamten berichtet, Kim sei „nach einer Operation in ernsthafter Gefahr“. In Südkorea war der Bericht auf Skepsis gestoßen. Nach Angaben des Präsidialamts in Seoul gab es keine Hinweise auf größere Gesundheitsprobleme Kims. Auch war die Regierung in Südkorea davon ausgegangen, dass Kim weiter die Kontrolle über die Regierungsgeschäfte ausgeübt hat. (dpa)

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