Katholische Kirche

Wie Italien auf Papst Franziskus’ Aussagen reagiert

  • vonDominik Straub
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Die Aussagen des Papstes zu homosexuellen Partnerschaften erregten in Italien große Aufmerksamkeit. Die Reaktionen blieben überwiegend gelassen und wohlwollend.

Die Aussagen des Papstes erregten in Italien große Aufmerksamkeit. Die Reaktionen blieben im Mutterland des Katholizismus jedoch überwiegend gelassen und wohlwollend.

„Avvenire“ , die auflagenstarke Zeitung der italienischen Bischofskonferenz, wies darauf hin, dass Franziskus mit seinen Aussagen dem Katechismus folge, der jegliche Diskriminierung von Homosexuellen ausdrücklich untersage. Das Blatt unterstreicht außerdem, dass der Positionsbezug des Papstes nicht überraschend komme und letztlich in Einklang stehe mit unzähligen Aussagen, die Franziskus in den letzten Jahren zum Thema gemacht habe.

Ein Dialog zwischen dem Papst und dem chilenischen Homosexuellen Juan Carlos Cruz vom 21. Mai 2018 wird von „Avvenire“ und auch anderen italienischen Tageszeitungen zitiert. „Juan Carlos, es spielt keine Rolle, dass du homosexuell bist“, sagte der Papst im persönlichen Gespräch mit dem Missbrauchsopfer. „Gott hat dich so gemacht, und er liebt dich so, wie du bist. Und auch der Papst liebt dich so, wie du bist.“

Ebenfalls oft zitiert wird der Satz des Papstes gegenüber einem Journalisten kurz nach der Papstwahl im März 2013: „Wenn eine Person homosexuell ist, den Herrn sucht und guten Willens ist – wer bin ich denn, um ihn zu verurteilen?“

Bischof Marcello Semeraro , der von Franziskus zum Präfekten der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen ernannt worden ist und der päpstlichen Kommission für die Kurienreform angehört, sagte: „Franziskus hat lediglich gesagt, dass zwei Personen, die zusammenleben wollen, einen rechtlichen Schutz brauchen – auch wenn sie homosexuell sind.“

Der Papst gehe nicht über das hinaus, was die Kirche schon immer gesagt habe: Die von Gott gewollte Ehe besteht nur zwischen Mann und Frau. Für die Kirche sei die Ehe mehr als ein zivilrechtlicher Vertrag zwischen zwei Personen: „Sie ist ein Sakrament“, betont Semeraro. Dominik Straub

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