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Georges Loinger ist im Alter von 109 Jahren gestorben.

Georges Loinger

Widerstandskämpfer Loinger gestorben

Georges Loinger rettet im Zweiten Weltkrieg hunderte Kinder vor den Nazis. Jetzt ist er im Alter von 108 Jahren verstorben.

Im Alter von 108 Jahren ist der Widerstandskämpfer Georges Loinger gestorben, der während der deutschen Besatzung in Frankreich hunderten jüdischen Kindern das Leben rettete. Die französische Stiftung zur Erinnerung an die Schoa würdigte Loinger am Wochenende als „Ausnahmemensch, dessen Kämpfe in der Erinnerung bleiben werden“. Ihren Angaben zufolge verstarb er bereits am Freitag.

Loinger wurde im August 1910 in Straßburg als Sohn einer jüdisch-orthodoxen Familie geboren. Er war Vorsitzender der Vereinigung der jüdischen Résistance Frankreichs (ARJF) und Kommandeur der Ehrenlegion.

1940 erhielt er als Kriegsgefangener in Bayern einen Brief seiner Ehefrau, die ein Heim mit 125 jüdischen Kindern leitete, deren Eltern 1938 in Hitler-Deutschland verhaftet worden waren. Daraufhin floh Loinger zurück nach Frankreich, er schlug sich bis zu seiner Frau in La Bourboule im Département Puy-de-Dôme im freien Teil des Landes durch.

Aus Furcht vor Festnahmen verteilte das Paar die Kinder auf Einrichtungen des Rettungswerks für Kinder (OSE) sowie später auf christliche oder nichtgläubige Familien. In der Folge schmuggelte Loinger 350 jüdische Kinder über die französische Stadt Annemasse in die Schweiz.

Von 1942 bis 1944 gehörte Loinger dem Widerstandsnetzwerk Garel an. Seine eigene Gruppe nannte sich Jüdische Kampforganisation. Nach dem Krieg half er Überlebenden des Nazi-Regimes, nach Palästina zu kommen.

Er war auch an der Gründung der Abraham-Brüderschaft beteiligt, die für die Annäherung der drei montheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam eintritt. 2013, im Alter von 102 Jahren empfing ihn in Israel der damalige Präsident Schimon Peres. Loingre verfasste über sein Leben und den jüdischen Widerstand während der deutschen Besatzung Frankreichs mehrere Bücher. (afp)

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