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Protest in Russland: Mit Feuer und Papierfliegern gegen den Ukraine-Krieg 

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Von: Lucas Maier

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„Du sollst nicht töten“: Protest in Russland ist gefährlich, aber trotzdem existiert er.
„Du sollst nicht töten“: Protest in Russland ist gefährlich, aber trotzdem existiert er. (Archvibild) © Dmitri Lovetsky/dpa

In Russland wird weiter gegen den Krieg gegen die Ukraine protestiert. Auch wenn es gefährlich ist, stellen sich Menschen gegen Putin und seine Politik.

Moskau - 7 Jahre Haft erwarten einen Kommunalpolitiker in Moskau. Wer sich in Russland gegen den Ukraine-Krieg stellt, muss drakonische Strafen fürchten. Doch der Widerstand in Russland reißt nicht ab.

Sogar während der Verhandlung gegen ihn hielt der Kommunalpolitiker Alexej Gorinow einen Zettel mit der Aufschrift „Braucht ihr diesen Krieg noch?“ nach oben, wie AFP berichtet. Gorinow wurde wegen der Verbreitung von „wissentlich Falschinformationen“ über der russischen Armee schuldig gesprochen.

Protest in Russland: Plakate gegen den Ukraine-Krieg können Haft zur Folge haben

Nicht nur Politiker:innen protestieren in Russland gegen den Krieg in der Ukraine. Auch wenn es die großen Protestaktionen, wie zu Beginn des russischen Angriffs, in dieser Form nicht mehr gibt, bleibt der Protest doch präsent.

Der Künstler Sergej Besow druckt mit seiner Gruppe Partisan Press Plakate, die sich kritisch zum Krieg in der Ukraine positionieren. Auf den weißen Papieren sind Sprüche zu lesen, wie „Jeder braucht Frieden“ oder „Jetzt ist die Zeit“. Ein weiteres Plakat beschreibt den Aktivismus in Russland wohl sehr treffend, darauf ist zu lesen: „Angst ist kein Grund, nichts zu tun“. Dass die Plakate aufgehängt werden, zeigen verschiedene Videos in den sozialen Medien. Was in Deutschland einem Bagatelldelikt gleicht, kann in Russland ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen.

Ukraine-Krieg: Protest in Russland beschränkt sich nicht auf Plakate

Nachdem Russland in die Ukraine einmarschiert ist, wurde in Russland versucht, jede Form des Protestes im Keim zu ersticken. Auch den Künstler Bewso und seine Plakat-Kampagne erwischte die Repression der russischen Behörden, wie er gegenüber RND berichtete. Seitdem sind seine Botschaften subtiler, so der Künstler.

Es ist bekannt, dass sie Menschen für bestimmte Dinge verfolgen können, aber manche schaffen es, unter dem Radar zu fliegen. Es ist sehr schlimm und wirklich schwierig.

Sergej Besow aus Moskau gegenüber RND 

Doch der Protest der Menschen in Russland äußert sich nicht nur in Plakatieraktionen. Über verschiedene Kanäle veröffentlicht antivoenny_bolnichny Informationen rund um Protestaktionen in Russland. Demnach gab es zwischen dem 8. und 9. Juli den Versuch einer Sabotageaktion in der Region Brjansk. Ziel der Aktion war laut den Angaben der Güterverkehr auf der Schiene. Ein gelegter Sprengsatz detonierte zwar, führte allerdings zu keinem wesentlichen Schaden an der Infrastruktur. Brjansk befindet sich rund 100 Kilometer vor der Grenze zur Ukraine. Die Informationen konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Ukraine-Krieg: Berichte von Sabotagen in Russland

Immer wieder wird seit Beginn der russischen Aggression gegen die Ukraine von direkten Sabotage-Aktionen in Russland berichtet, in den seltensten Fällen können diese jedoch bestätigt werden. Im Netz kursieren immer wieder Videos, die Angriffe auf militärische Einrichtungen in Russland zeigen sollen. Der Protest gegen den Angriffskrieg in Russland ist vielfältig. So hatte am 12. Juni die „Vesna-Bewegung“ zur landesweiten Aktion „peaceful skies“ mobilisiert.

Nach Angaben der Initiator:innen folgten hunderte dem Aufruf und warfen Papierflieger mit Friedensbotschaften aus ihren Fenstern. Für den 17. Juli um 16.00 Uhr hat die Initiative eine weitere „peaceful skies“ Aktion angekündigt. Diesmal richtet sich die Aktion gezielt gegen Wladimir Putin. Auch eine Unterschriftenkampagne der Bewegung fordert die Amtsenthebung von Putin. In der Ukraine hoffen einige Menschen auf starken Protest in Russland, ob ihre Hoffnung in Zukunft erfüllt werden, wird sich zeigen. (Lucas Maier)

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