Ein Anhänger von „Widerstand 2020“ hält ein Schild mit der Aufschrift „Gib Gates keine Chance“ hoch.
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Ein Anhänger von „Widerstand 2020“ hält ein Schild mit der Aufschrift „Gib Gates keine Chance“ hoch.

Interner Streit

„Widerstand 2020“ schrumpft weiter

  • Jan Sternberg
    vonJan Sternberg
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Aus- und Rücktritte setzen der zunächst erfolgreichen Corona-Protest-Partei zu. Eine prominente Führungsfigur plant ein neues politisches Projekt.

Die während der Corona-Proteste gegründete Partei „Widerstand 2020“ wird erneut von Führungsquerelen erschüttert. Wie Parteigründer Ralf Ludwig am Donnerstagabend in den sozialen Medien bekanntgab, ist die erst vor einer Woche gewählte Parteichefin Sandra Wesolek zurückgetreten. Der Gründer und Vizevorsitzende Bodo Schiffmann habe die Partei ganz verlassen, teilte der Mediziner auf Youtube mit.

Wie bereits beim Austritt der dritten Gründerin Victoria Hamm sollen interne Meinungsverschiedenheiten der Grund gewesen sein. Schiffmann sprach von Streit über die Einführung einer Mitgliedersoftware, bei dem zu viele Beteiligte mitreden wollte. „Schwarmintelligenz funktioniert – aber nicht bei so einem Thema“, beklagt er sich auf Youtube.

Die Protestbewegung hatte über ein Internet-Anmeldeformular mehr als 100 000 Mitglieder geworben. Unklar ist, wie viele dieser Anmeldungen ernsthaft und echt sind. Die Aktivisten stehen nach wie vor am Anfang, die Anmeldungen zu verifizieren. Der verbliebene Gründer, der Leipziger Jurist Ralf Ludwig, schrieb im Partei-„Schwarmfunk“ auf dem Kurznachrichtendienst Telegram: „Ich wünsche mir, dass wir ab jetzt alle Interessierten in die Partei aufnehmen können und gemeinsam als Schwarm in eine neue Zukunft aufbrechen.“

Arzt will neues Projekt

Schiffmann wiederum kündigte an, ein neues politisches Projekt starten zu wollen, diesmal mit besserer Vorbereitung. Mit dem Sinsheimer Arzt Schiffmann verliert die Partei jedoch ihr einziges prominentes Mitglied in der Szene der „Hygiene-Demos“.

Ludwig adressiert ihn in seiner Telegram-Botschaft direkt: „Lieber Bodo, du hattest den Mut, in einer schweren Zeit dein Gesicht in die Öffentlichkeit zu halten und dich mit Rückgrat dem Mainstream entgegen zu stellen. Ich wäre den Weg gern mit dir weiter gegangen. Ich kann aber auch verstehen, dass wir jetzt an einer Weggabelung stehen, die in andere Richtungen weist.“

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