Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Weltweite Pandemie

WHO: Indische Corona-Mutation in 44 Ländern nachgewiesen

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
    schließen

Die erstmals in Indien aufgetauchte Variante B.1.617 soll sich in zahlreiche Länder verbreitet haben. Die Mutation wurde zuvor als „besorgniserregend“ eingestuft.

Update vom Mittwoch, 12.05.2021, 11.45 Uhr: Die Corona-Mutation aus Indien ist inzwischen in 44 Ländern ausgebreitet. Die Variante B.1.617 soll in mehr als 4500 Proben einer Datenbank nachgewiesen worden sein, teilte die UN-Organisation am Mittwoch (12.05.2021) mit. Die Mutante war erstmals im Oktober 2020 in Indien aufgetreten. Außerhalb Indiens wurden die meisten Infektionsfälle der Variante in Großbritannien festgestellt.

Der Virologe Christian Drosten sieht keinen besonderen Verbreitungsvorteil für Deutschland. Zwar sei die Corona-Mutante etwas weniger durch Impfung und Immunität beeinträchtigt, das bedeute aber nicht, „dass das eine Riesengefahr für uns unmittelbar darstellt“. Die WHO hat die Variante am Dienstag (11.05.22021) als „besorgniserregend“ eingestuft, da sie möglicherweise ansteckender und unempflindlicher gegen Antikörper sei.

Die Corona-Mutation aus Indien hat sich in zahlreiche Länder verbreitet. In Indien steht das Gesundheitssystem vor dem Kollaps.

Corona in Indien: WHO stuft Virus-Mutation als „besorgniserregend“ ein

Erstmeldung vom 11.05.2021: Genf – Nach den Coronavirus-Varianten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien hat die Weltgesundheitsorganisation WHO nun auch die indische Variante des Coronavirus als „besorgniserregend“ eingestuft. Das bedeutet, dass die Krankheit schwerer verläuft oder die Ansteckungsgefahr deutlich höher ist als beim ursprünglich aufgetretenen Wildtyp des Virus.

Das Land mit der zweitgrößten Bevölkerungszahl der Welt (1,36 Milliarden Menschen) erlebt derzeit eine heftige zweite Corona-Welle, die das Gesundheitssystem überlastet. Mehrfach seit Anfang Mai wurden in Indien bereits über 4000 Corona-Tote binnen 24 Stunden gemeldet. Bei den Neuinfektionen lag der Sieben-Tage-Wert in Indien mit Stand vom Sonntag laut Angaben der Johns Hopkins University bei 391.000 täglich. Immer wieder gibt es Berichte über Todesfälle wegen mangelnden Sauerstoffs in Kliniken. Deutschland und andere Staaten schickten inzwischen Nothilfe. Unter den deutschen Hilfsgütern sei eine Anlage zur Sauerstoffgewinnung sowie über hundert Beatmungsgeräte.

Auf einem Gelände in Neu-Delhi, auf dem Corona-Tote kremiert werden, bereiten zwei Mitarbeiter des Gesundheitsdiensts Feuerholz vor.

WHO-Bewertung: Corona-Mutation statt „von Interesse“ nun „besorgniserregend“

Fachleute der WHO haben nun Hinweise gefunden, dass B.1.617 ansteckender und womöglich auch unempfindlicher gegen Antikörper sei. Das sagte WHO-Corona-Expertin Maria Van Kerkhove am Montag (10. Mai) in Genf. „Deshalb stufen wir sie als eine besorgniserregende Variante ein.“ Es sei aber noch zu früh, um festzustellen, ob B.1.617 tatsächlich eine höhere Resistenz gegen Impfstoffe aufweise.

Zuvor hatten bereits vorläufige Studienergebnisse darauf hingedeutet, dass sich B.1.617 schneller ausbreitet als andere in Indien zirkulierende Corona-Varianten. Für die WHO galt die Mutante jedoch bislang nur als „von Interesse“.

Indien: Weshalb die Corona-Lage außer Kontrolle ist

In einem Krematorium in Neu-Delhi nehmen Angehörige von einem Corona-Toten vor der Einäscherung mit letzten Riten Abschied.

Die Lage in Indien ist unter anderem aufgrund fehlender Impfstoffe außer Kontrolle. Wie die Nachrichtenagentur AFP Anfang Mai mitteilte, wurden im Norden des Landes die Leichen mehrerer mutmaßlicher Coronatoter am Ufer des Ganges angespült. Die Regionen in diesem Teil Indiens gelten als besonders arm und daher auch stark vom Corona-Virus gefährdet. Doch auch in den Metropolen wie Neu-Delhi sind Krankenhäuser und Krematorien überlastet. Die Gesamtzahl der Infizierten in Indien liegt laut Johns Hopkins University inzwischen bei 22,7 Millionen (Stand: 9. Mai). Mindestens 246.000 Menschen sind mit oder durch das Coronavirus in Indien gestorben.

Coronavirus hat Tausende Mutationen durchlaufen: WHO untersucht Gefahren

Das Virus, das die weltweite Corona-Pandemie ausgelöst hat, hat bereits tausende Mutationen durchlaufen, einige davon sind bedenklicher als andere. Indien meldete der Sequenzdatenbank der Global Initiative for Sharing All Influenza Data (Gisaid) erstmals im Oktober 2020 das Auftreten des Genoms B.1.617. (Sandra Kathe mit Material von dpa)

Rubriklistenbild: © Ishant Chauhan/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare