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Whistleblower Snowden erhält russischen Pass und legt Eid ab - USA fordert Auslieferung

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Von: Katja Thorwarth

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Whistleblower Edward Snowden hat nun einen russischen Pass.
Whistleblower Edward Snowden hat nun einen russischen Pass. © Jörg Carstensen/dpa

2013 leitete Snowden streng vertrauliche Dokumente des US-Geheimdienstes NSA an die Medien weiter. Nun ist der Whistleblower offiziell russischer Staatsbürger. 

Moskau - Seit 2013 lebt der US-amerikanisch-russische Whistleblower Edward Snowden im Exil in Moskau. Jetzt hat der ehemalige NSA-Mitarbeiter einen Eid in Russland geleistet und einen russischen Pass erhalten. Das erklärte sein Anwalt Anatoli Kucherena am Freitag (2. Dezember) gegenüber der staatlichen russische Nachrichtenagentur TASS.

„Ja, er hat einen Pass erhalten. Er hat den Eid abgelegt“, sagte Kucherena auf die Frage, ob Edward Snowden einen russischen Pass bekommen habe, und fügte hinzu, dass er sich gestern persönlich mit Snowden getroffen habe. Der Anwalt erklärte weiter, dass Snowdens Ehefrau derzeit die erforderlichen Dokumente für die russische Staatsbürgerschaft einreiche. Snowden und die amerikanische Akrobatin und Bloggerin Lindsay Mills hatten 2017 in Moskau geheiratet.

Whistleblower Edward Snowden ist jetzt russischer Staatsbürger

2013 wurde Snowdens US-Pass für ungültig erklärt, aber das Weiße Haus befand seinerzeit, dass es sich um ein routinemäßiges rechtliches Verfahren nach der Ausstellung eines Haftbefehls handelte und sein Staatsbürgerschaftsstatus dadurch unverändert blieb. Ende September jedoch wurde ein Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin veröffentlicht, dass Snowden die russische Staatsbürgerschaft zuerkannte.

Der Name des 39-Jährigen fand sich auf einer vom Kreml veröffentlichten Liste mit neuen Staatsbürgern. Zuvor hatte Snowden nach der Geburt seines Sohnes in Russland mitgeteilt, dass er die Staatsbürgerschaft beantrage, um dieselben Rechte zu haben wie das 2020 geborene Kind, das die russische Staatsbürgerschaft automatisch erhielt.

Edward Snowden machte US-Überwachungsmethoden öffentlich

Snowden veröffentlichte im Jahr 2013 Informationen über die elektronischen Überwachungsmethoden der amerikanischen Geheimdienste, darunter auch das illegale Abhören von Gesprächen ausländischer Staatsoberhäupter. Auf der Flucht vor den strafrechtlichen Konsequenzen der US-Bundesbehörden beantragte Snowden in mehreren Ländern, darunter auch in Russland, Asyl. Am 1. August 2014 erhielt er eine befristete russische Aufenthaltsgenehmigung und später eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung.

In den Vereinigten Staaten ist Snowden in zwei Anklagepunkten wegen Verstoßes gegen das Spionagegesetz angeklagt, ihm drohen in jedem Anklagepunkt bis zu zehn Jahre Gefängnis. Die USA fordern nach wie vor Snowdens Auslieferung. (ktho)

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