1. Startseite
  2. Politik

Eigenes Land in der Ferne

Erstellt:

Von: Petra Zeichner

Kommentare

In der Westsahara treffen sich der Atlantik und die Wüste.
In der Westsahara treffen sich der Atlantik und die Wüste. © Alida Latham/Imago

Die Saharaui haben einen langen Atem, trotz Vertreibung und Flucht aus der Heimat. Ihre Volksfront Polisario ist nach wie vor aktiv. Und auch in Europa regt sich dann und wann Protest gegen die marokkanischen Besatzer.

Ein unmissverständliches Zeichen, wer hier in der Westsahara seit 47 Jahren das Sagen hat: ein Emblem mit dem marokkanischen Stern vor einem Regierungsgebäude in Dakhla.
Ein unmissverständliches Zeichen, wer hier in der Westsahara seit 47 Jahren das Sagen hat: ein Emblem mit dem marokkanischen Stern vor einem Regierungsgebäude in Dakhla. © Alida Latham/Imago
Die meisten der Bewohnerinnen und Bewohner der Westahara, die Saharauis, leben mittlerweile in Flüchtlingslagern im Westen Algeriens in der Provinz Tindouf. Smara ist eines davon.
Die meisten der Bewohnerinnen und Bewohner der Westsahara, die Saharauis, leben mittlerweile in Flüchtlingslagern im Westen Algeriens in der Provinz Tindouf. Smara ist eines davon. © Engelhardt/Imago
Ein junger saharauischer Flüchtling stellt 2016 Ziegelsteine her, um Häuser wiederaufzubauen, die ein Jahr zuvor während starker Regenfälle im Flüchtlingslager Smara in Algerien zerstört wurden.
Ein junger saharauischer Flüchtling stellt 2016 Ziegelsteine her, um Häuser wiederaufzubauen, die ein Jahr zuvor während starker Regenfälle im Flüchtlingslager Smara in Algerien zerstört wurden. © Farouk Batiche/afp
Da setzten die Sahrauis im Flüchtlingslager Smara in Algerien noch Hoffnung auf die UN und schwenken eine Flagge der Polisario-Front: Der damalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon besuchte am 2016 das Lager.
Da setzten die Sahrauis im Flüchtlingslager Smara in Algerien noch Hoffnung auf die UN und schwenken eine Flagge der Polisario-Front: Der damalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon besuchte am 2016 das Lager. © Stringer/afp
Schauspieler Javier Bardem stellt 2012 in Madrid seinen Dokumentarfilm „Hijos de las nubes, la última colonia“ („Söhne der Wolken, die letzte Kolonie“) vor. Bardem setzte sich damit für die Menschen in der Westsahara ein.
Da gelangte der Konflikt um die Westsahara auch mal auf die westlichen Bildschirme: Schauspieler Javier Bardem stellt 2012 in Madrid seinen Dokumentarfilm „Hijos de las nubes, la última colonia“ („Söhne der Wolken, die letzte Kolonie“) vor. Bardem setzte sich damit für die Menschen in der Westsahara ein. © Kiko Huesca/dpa
Monarchen unter sich
Monarchen und Monarchin unter sich: König Felipe VI. und Königin Letizia von Spanien sowie Mohammed VI. von Marokko 2019 in Rabat bei einem Galadinner im Königspalast: die einstige Kolonial- und die heutige Besatzungsmacht. © Manuel Cedron/Imago
Lastwagen hinter brennenden Abfällen auf einer Straße zwischen Marokko und Mauretanien in Guerguerat in der Westsahara, am 23. November 2020 nach der Intervention der königlichen marokkanischen Streitkräfte
Der Konflikt ist nicht gewaltlos: Lastwagen hinter brennenden Abfällen auf einer Straße zwischen Marokko und Mauretanien in Guerguerat in der Westsahara, am 23. November 2020 nach der Intervention der königlichen marokkanischen Streitkräfte. Marokko hatte Anfang November die Polisario-Front beschuldigt, die für den Handel mit dem übrigen Afrika wichtige Straße zu blockieren, und eine Militäroperation eingeleitet, um sie wieder zu öffnen. © Fadel Senna/afp
45 Jahre Demokratische Arabische Republik Sahara
Trotz Vertreibung und Flüchtlingslagern – die Befreiungsbewegung für die Westsahara ist aktiv. So wurde im Februar 2021 der 45. Jahrestag der Ausrufung der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS) gefeiert, unter anderem mit einer Militärparade saharauischer Truppen in der Nähe von Tindouf in Algerien, dem Sitz der Exilregierung der DARS. Die DARS wurde 1976 von der Volksfront Frente Polisario ausgerufen. © dpa
In traditioneller Kleidung führen saharauische Frauen in einem der Flüchtlingslager am Rande der südwestalgerischen Stadt Tindouf einen Tanz auf.
Auch das gab es bei den Feierlichkeiten zum 45. Jahrestag der Ausrufung der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (SDAR): In traditioneller Kleidung führen saharauische Frauen in einem der Flüchtlingslager am Rande der südwestalgerischen Stadt Tindouf einen Tanz auf. © Ryad Kramdi/afp
Sahraui-Kundgebung in Spanien
Doch auch in Spanien selbst gibt es Protest: „Marsch für die Freiheit des sahrauischen Volks“ steht im Juni 2021 auf dem Banner bei einer Kundgebung in der Innenstadt Madrids. Mitte Mai hatte Marokko als Druckmittel die Grenzkontrollen zur Enklave Ceuta gelockert. Binnen 36 Stunden gelangten rund 8000 Migranten nach Ceuta und damit faktisch in die Europäische Union, darunter etwa 2000 Minderjährige. Spanien warf Marokko „Erpressung“ vor. Beobachter in Spanien sind davon überzeugt, dass ein Streit über die Westsahara, die bis 1975 spanische Kolonie war, die Krise ausgelöst hat. © Luis Soto/dpa
Marokko vermarktet die Region um Dakhla als Touristenparadies. Dazu gehört auch das Kitesurfing am Strand.
Marokko vermarktet die Region um Dakhla als Touristenparadies. Dazu gehört auch das Kitesurfing am Strand. Im Herzen der umstrittenen Westsahara hat sich die ehemalige Garnisonsstadt auch deshalb zu einem Touristenmagneten entwickelt. © Fadel Senna/afp

Auch interessant

Kommentare