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Joe Biden wird, wenn er siegt, wohl nur eine Amtszeit präsidieren – seine Vize hat also Chancen auf die Nachfolge.

Demokraten

Wer wird Bidens Vizekandidatin?

Unter den fünf Favoritinnen sind vier nicht-weiße Frauen.

Dass ein US-Vizepräsident keine Wahl für einen Präsidenten gewinnen, aber dass er sie verlieren kann: Das ist so einer der Glaubenssätze von Politologen in den Vereinigten Staaten. Wirklich interessiert hat der „running mate“ eines Präsidentschaftskandidaten selten. Im Jahr 2020 aber gelten andere Regeln. Die Nation verfolgt den Auswahlprozess mit Argusaugen. Der demokratische Herausforderer Joe Biden wird an seiner Partnerwahl gemessen, und das hat drei Gründe.

Biden muss ersten beweisen, dass er über männlich-weiß-alt hinausdenkt. Er muss Wähler und Wählerinnen ansprechen, die sich nicht durch ihn repräsentiert fühlen.

Er muss zum zweiten beweisen, dass er ein sicheres Urteilsvermögen bei der Personalwahl hat und keine Trostpreise für alte Weggefährten vergibt. Und schließlich muss er beweisen, dass er für die Partei strategisch und zukunftsorientiert denkt. Joe Biden ist 77 Jahre alt. Er hat es selbst nicht ausdrücklich gesagt, aber angedeutet: Eine Amtszeit – mehr wird es für ihn nicht geben.

Und: Biden hat von Anfang an bekundet, nur mit einer Frau als Teampartner anzutreten. Die Entscheidung dieser Tage ist also gleichzeitig eine Vorentscheidung für 2024.

Eine gute Vizepräsidentin wäre quasi automatisch die Spitzenkandidatin bei der übernächsten Präsidentschaftswahl – und damit womöglich die erste Präsidentin der USA. Vielleicht sogar eine schwarze Präsidentin. Unter den Finalistinnen, mit denen Biden in diesen Tagen spricht, sind vier schwarze Frauen.

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