1. Startseite
  2. Politik

Erdogan prahlt mit seinem Verhältnis zu Putin: „Wenn ich anrufe …“

Erstellt:

Von: Moritz Serif

Kommentare

Verstehen sich offenbar: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (l.) mit seinem Amtskollegen.
Verstehen sich offenbar: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (l.) mit seinem Amtskollegen. © Vyacheslav Prokofyev/dpa

Recep Tayyip Erdogan sucht die Nähe zu Russlands Präsidenten Putin. Die Türkei hatte unter anderem ein Abkommen gerettet.

Ankara/Moskau – Der Einfluss der Türkei nimmt zu. In den vergangenen Wochen hat Ankara dazu beigetragen, das Getreideexportabkommen zu retten, nachdem Russland sich plötzlich aus dem Abkommen zurückgezogen hatte und damit die weltweite Nahrungsmittelversorgung bedroht hatte.

Nach vier Tagen Telefondiplomatie zwischen Präsident Recep Tayyip Erdogan und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gab Moskau am 2. November bekannt, dass es dem ursprünglich von der Türkei und den Vereinten Nationen im Juli ausgehandelten Pakt wieder beitreten werde, berichtete unter anderem Al Jazeera.

Einfluss der Türkei steigt – Erdogan spricht mit Putin

„Er (Putin) ist nicht damit einverstanden, diesen Getreidekorridor durch andere zu öffnen. Aber mit mir, wenn ich anrufe … hat er den Getreidekorridor sofort geöffnet“, sagte Erdogan in einem Interview mit dem Fernsehsender ATV am Tag der russischen Kehrtwende.

Zu Beginn des Krieges war Ankara Gastgeber von Verhandlungen zwischen ukrainischen und russischen Vertretern in Istanbul und Antalya. Und am Montag (14. November) trafen sich die Leiter des amerikanischen und des russischen Auslandsgeheimdienstes – Bill Burns von der CIA und Sergej Nariskin vom SVR – in Ankara. Man wollte „Bedrohungen der internationalen Sicherheit, angefangen beim Einsatz von Atomwaffen“ erörtern, so Erdogans Büro.

Türkei hat Ukraine wichtige Waffen geliefert

Seit dem 24. Februar hat Ankara seine Beziehungen zu beiden Seiten des Krieges sorgfältig austariert. Die Türkei hat der Ukraine wichtige Waffen geliefert, wie die viel gepriesenen Bayraktar-Drohnen, aber auch Ausrüstungsgegenstände wie die gepanzerten Truppentransporter Kirpi und Schutzwesten. Im vergangenen Monat lief die erste von vier für die Ukraine gebauten Korvetten der Ada-Klasse in einer Istanbuler Werft vom Stapel.

Als Hüterin der Schwarzmeerzufahrt sperrte die Türkei die Meerenge bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn für Militärschiffe und verhinderte so, dass Moskau seine Flotte verstärken konnte.

Erdogan pflegt Kontakte zu Putin

In der Zwischenzeit hat Erdogan regelmäßige Kontakte zu Putin gepflegt und im Einklang mit der türkischen Politik, nur die vom UN-Sicherheitsrat genehmigten Sanktionen zu befolgen, die wirtschaftlichen Beziehungen aufrechterhalten, während der Westen Russland den Rücken gekehrt hat.

Die türkischen Exporte nach Russland stiegen im vergangenen Monat um 86 Prozent auf 1,15 Milliarden Dollar, während sich die Importe aus Russland nach offiziellen türkischen Angaben auf 5,03 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt haben. (mse)

Auch interessant

Kommentare