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Nur wenige GIs suchen Beratung

Deutsche Initiative hilft US-Soldaten, die Irak-Einsatz ablehnen

Von Wolfgang Wagner

FRANKFURT A. M., 19. März. Zwölf echte Beratungsfälle habe es seit Gründung der Beratungsstelle im Januar bundesweit gegeben, berichtet Wolfgang Krauß vom MCN. Dessen Zentrale sitzt in Bammental bei Heidelberg, wo das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa ist. Zuletzt habe sich vor etwa eineinhalb Wochen ein verzweifelter US-Soldat gemeldet, der an den Golf verlegt werden sollte. Der Mann, der mit einer Deutschen zusammenlebe, sei offenbar nicht zur Verlegung angetreten und somit desertiert.

Das MCN berät Soldaten, die einen Einsatz ablehnen, über die Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung. Die sechs Berater, junge US-Amerikaner und -Amerikanerinnen, wurden zuvor von Mitarbeitern einer US-Verweigererorganisation geschult. Krauß zufolge müssen Kriegsdienstverweigerer in der US-Armee einen Antrag bei ihrem unmittelbaren Vorgesetzten abgeben. Ihren Wunsch müssen die Verweigerer außerdem sowohl schriftlich als auch mündlich - in Gegenwart eines Militärseelsorgers, eines Psychologen und eines Offiziers - begründen.

Das Problem für die Soldaten: Der Antrag hat keine aufschiebende Wirkung für den Einsatz, und das Verfahren dauert seine Zeit. Zwar könne es sein, dass Vorgesetzte auf die Verlegung des Verweigerers verzichteten, aber um sicherzugehen, dass sie nicht in den Krieg ziehen müssen, bleibt den Soldaten nur die Desertion. Dennoch rät das MCN den Soldaten, auch wenn sie desertieren wollen, einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zu stellen. So sei beim späteren Verfahren klar, warum sie ihrer Truppe ferngeblieben sind. Zu erreichen ist die Beratungsstelle unter der Rufnummer 06223/47791 und im Internet unter www.getting-out.de.

Ihr Angebot haben die Organisatoren nicht nur über deutsche Medien bekannt gemacht: In der Europa-Ausgabe von Stars and Stripes, der Zeitung der US-Streitkräfte, konnte das Netzwerk MCN inserieren, berichtet Krauß. Er erwartet, dass sich je nach Verlauf des Irak-Konflikts Anfragen häufen könnten. Viele Verweigerer suchten aber auch direkt Rat bei US-Organisationen.

Friedensgruppen rufen auch die Bundesregierung auf, US-Soldaten, die sich dem Krieg entziehen, zu helfen: Um ihnen Repressionen zu ersparen, sollten Deserteure nicht ausgeliefert werden. Rudi Friedrich von der Initiative Connection verweist auf das UN-Flüchtlingshilfswerk: Dem UNHCR zufolge sollten Soldaten, die sich einem völkerrechtswidrigen Krieg entzögen, Asyl erhalten.

Dossier: Krieg gegen Irak?

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