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Rainer Wendt geht auf Nummer sicher – meistens.
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Rainer Wendt geht auf Nummer sicher – meistens.

Polizeigewerkschaftler

Wendt gibt sich als AfD-Versteher

  • Markus Decker
    vonMarkus Decker
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Der Chef der Polizeigewerkschaft erhält für sein neues Buch Lob von der AfD. Allerdings schafft sich der Polizist damit auch Feinde.

Die Vorsitzende der AfD hat sich am Samstag bedankt. „Rainer Wendt spricht Klartext“, schrieb Frauke Petry bei Twitter über den Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft. Von ungefähr kam das nicht. Denn Wendt hat soeben ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Deutschland in Gefahr“. Darin schreibt er unter der Überschrift „Regt Euch ab, es ist nur die AfD!“: „Wenn Frauke Petry auf der Bühne ihres Parteitages einen Schuh verliert oder Frau von Storch in Brüssel einen Döner isst, wird das zum öffentlichen Thema, weil man jede noch so kleine Gelegenheit nutzen will, sie lächerlich zu machen.“ Ohnehin sei die AfD „ein Stück europäische Normalität“. Nicht alle blicken mit so viel Wohlwollen auf Wendt wie Petry. Der stellvertretende Vorsitzende der konkurrierenden Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, nimmt Anstoß. Die grüne Innenexpertin Irene Mihalic auch.

Wendt malt die innere Sicherheit in düstersten Farben. Millionen Arme, eine kaputte Infrastruktur, geschlossene Behörden, alleingelassene Lehrer und „Volksvertreter, denen das Volk nicht geheuer ist“. Das ist die Diagnose und erst der Anfang, denn: „Spätestens wenn Verteilungskämpfe größer werden und die Leistungsfähigkeit des deutschen Steuerzahlers zurückgeht, brechen offene Unruhen und Kämpfe zwischen unterschiedlichsten Gruppierungen aus und werden kaum beherrschbar sein, jedenfalls nicht mit einer kaputtgesparten Polizei.“ Und dann die vielen Flüchtlinge, nach deren Aufnahme die Deutschen gar nicht gefragt worden seien.

Rechte bleiben marginal

Radek geht das zu weit. „Ich werde mir das Buch nicht kaufen, weil ich von den politischen Ansichten von Herrn Wendt nichts halte“, sagte er der Frankfurter Rundschau. „Denn sie bedienen eher den Populismus, statt Hinweise zu liefern, wie man die innere Sicherheit sachlich nach vorne bringen könnte.“ Man müsse da „sehr besonnen“ sein und dürfe „nicht durch die Wahl der Worte dazu beizutragen, dass die Verunsicherung der Menschen noch zunimmt“.

Mihalic erklärte: „Rainer Wendt setzt an vielen Stellen seines Buches Migrantinnen und Migranten mit Verbrechern gleich. Das ist unerträglich und hochgefährlich. Mit solchen Aussagen von offiziellen Vertretern aus dem politischen Raum legitimieren manche Brandstifter ihr Handeln. Über den rechten Terror und seine Ursachen sagt Wendt so gut wie gar nichts. Er beschreibt ihn als Randphänomen und fast in einer Weise, als würde die Öffentlichkeit diese Gefahr konstruieren. Da scheint eine deutliche Sehschwäche auf dem rechten Auge vorzuliegen.“ Noch dazu präsentiere sich der Autor „als AfD-Versteher“, beklagte Mihalic.

In Gewerkschaftskreisen heißt es: „Das hätte auch einer von denen schreiben können.“ Von der AfD also. Freilich würden viele Schutzpolizisten das Buch sicher gut finden. In den letzten Monaten hatte es mehrere Hinweise auf eine gewisse Nähe zwischen Teilen der Sicherheitsbehörden und der Partei gegeben. Die Deutsche Polizeigewerkschaft galt bisher übrigens als CDU-nah. Ob das noch stimmt, ist unklar.

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