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Welthungerhilfe schlägt Alarm: Millionen Menschen stehen am Rand einer Hungersnot

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Von: Constantin Hoppe

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In ihrem Jahresbericht für das Jahr 2021 präsentiert die Welthungerhilfe erschreckende Zahlen. 811 Millionen Menschen sind von Hunger betroffen.

Berlin – 811 Millionen Menschen, mehr als zehn Prozent der Weltbevölkerung, leiden nach Angaben der Welthungerhilfe an Hunger. Bereits in den vergangenen Jahren haben die Corona-Pandemie, die Klimakrise und regionale, bewaffnete Konflikte die Ernährungssituation in vielen Ländern im globalen Süden stark verschlechtert und zu einer Hungerkrise geführt. Durch den Ukraine-Krieg und die dadurch gestiegenen Nahrungsmittelpreise hat sich die Situation nun nochmals dramatisch zugespitzt.

„Wer nur knapp drei US-Dollar pro Tag zum Überleben hat, kann sich die Verdoppelung der Brotpreise einfach nicht leisten“, sagte der Generalsekretär der Welthungerhilfe Mathias Mogge der Tagesschau. Dürren wie aktuell am Horn von Afrika oder 2021 auf Madagaskar zeigten die fatalen Folgen des Klimawandels, so Mogge weiter. Die Menschen in den betroffenen Regionen hätten keine Ressourcen mehr - Millionen Menschen drohe der Hungertod.

Hunger in Afrika
Ein Vater hilft seinem unterernährten Sohn beim Gehen in der Nähe ihrer Hütte in dem Dorf Lomoputh im Norden Kenias. Die Hungerkrise in der Welt spitzt sich nach Angabe der Welthungerhilfe dramatisch zu. © Brian Inganga/AP/dpa

Hungerkrise: Ukraine-Krieg lässt Preise weiter steigen

Auch der Ukraine-Krieg, die damit einhergehende Zerstörung von Getreide-Silos und die Blockade der Getreidelieferungen über das Schwarze Meer haben einen großen Einfluss auf die Situation auf dem afrikanischen Kontinent. Dem Jahresbericht der Welthungerhilfe für das Jahr 2021 zufolge stiegen die Nahrungsmittelpreise durch „multiple Krisen“ 2021 bereits um 28 Prozent an - der Krieg gegen die Ukraine habe die Preise noch einmal deutlich ansteigen lassen. Russland und die Ukraine sind in Friedenszeiten für viele afrikanische Länder ein wichtiger Handelspartner für Weizen und Mais.

Hungerkrise in Somalia
Somalia ist schwer von der aktuellen Hungerkrise betroffen. Der Ukraine-Krieg hat zu einer weiteren Verschärfung der Situation geführt. © Farah Abdi Warsameh/dpa

„Zu den Folgen der Klimakrise kommen gewaltsame Konflikte, die den Hunger befördern. Ihre Anzahl hat in den letzten Jahren wieder zugenommen. Kriege haben massive Auswirkungen auf das Ernährungssystem, weil etwa Felder niedergebrannt, Lagerbestände geplündert oder der Verkauf von Ernten eingeschränkt werden“, heißt es in dem Bericht der Welthungerhilfe.

Hungersnot in Afrika und Afghanistan: Klimawandel sorgt für häufigere Dürren

Nach Angaben der Organisation hungern weltweit etwa 811 Millionen Menschen. Besonders dramatisch ist die Hungerkrise demnach im in Afghanistan, im Südsudan und im Jemen - aber auch die Länder Ostafrikas und auf Madagaskar, wo die Auswirkungen der Klimakrise heftige Dürren auslösen. Für die Welthungerhilfe sind diese Entwicklungen „ein Weckruf, endlich die Anstrengungen gegen den Klimawandel zu verstärken, der zu immer gravierenderen humanitären Notlagen führt“, heißt es in dem Jahresbericht der Organisation. (con)

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