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Krieg und Konflikt sind die häufigsten Ursachen für Hungerleiden. Nach einem Angriff auf ihr Dorf sind viele Menschen in Gumuruk im Südsudan auf Lebensmittelspenden durch das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) angewiesen.
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Krieg und Konflikt sind die häufigsten Ursachen für Hungerleiden. Nach einem Angriff auf ihr Dorf sind viele Menschen in Gumuruk im Südsudan auf Lebensmittelspenden durch das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) angewiesen.

Nahrungsmittelknappheit

Millionen Menschen hungern: Klimawandel und Pandemie verschärfen Lage drastisch

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Im Jahr 2020 leiden Millionen Menschen Hunger – sechsmal mehr als im Vorjahr. Die Corona-Pandemie, Kriege und der Klimawandel verschärfen die globale Lebensmittelknappheit.

Oxford ‒ Die Hilfsorganisation Oxfam hat vor einer dramatischen Zunahme von Hungersnöten in der Welt gewarnt. Aufgrund einer Kombination von Faktoren hat sich die Nahrungsmittelknappheit in vielen Teilen der Welt im Jahr 2020 drastisch verschlimmert. Fast sechsmal so viele Menschen wie noch 2019 hätten vergangenes Jahr Hunger gelitten, heißt es in einem am Freitag (09.07.2021) veröffentlichten Bericht von Oxfam*. Demnach stieg die Zahl der Menschen, die von einer Hungersnot betroffen sind, seit Beginn der Pandemie auf weltweit mehr als eine halbe Million. Neben der Corona*-Pandemie sind demnach vor allem Konflikte und der Klimawandel für diese Entwicklung verantwortlich.

„Wir erleben derzeit eine Überlagerung von Krisen: unaufhörliche Konflikte, die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 und eine Klimakrise, die außer Kontrolle gerät“, erklärte Hélène Botreau, Referentin für Ernährungssicherheit und Landwirtschaft bei Oxfam in Frankreich. Verantwortlich für den drastischen Anstieg ist aber vor allem auch der Tigray-Konflikt in Äthiopien*. Allein in der Provinz Tigray sind nach Angaben der internationalen Datenbank IPC mehr als 400.000 Menschen von katastrophalen Verhältnissen bei der Nahrungsversorgung betroffen.

Insgesamt sind dem Bericht zufolge 155 Millionen Menschen von Nahrungsmittelknappheit betroffen. Das entspreche „der Bevölkerung von Frankreich, Deutschland und Belgien zusammen“ und sind rund 20 Millionen Menschen mehr, als noch im Vorjahr.

Millionen Menschen leiden an Nahrungsmittelknappheit: Steigende Preise und „tödliches Trio“

Massenarbeitslosigkeit und eine stark gestörte Nahrungsmittelproduktion hätten zudem zu einem 40-prozentigen Anstieg der Weltmarktpreise für Nahrungsmittel geführt. „Das ist der höchste Anstieg seit über einem Jahrzehnt“, erklärte Oxfam. Auch das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen zeigte Besorgnis. Arif Husain, der Chefökonom der Organisation sagte: „Wir haben bereits Konflikte, Klima und Covid-19, die zusammenarbeiten um mehr Menschen in Hunger und Elend zu treiben. Jetzt haben sich die Nahrungsmittelpreise dem tödlichen Trio angeschlossen.“

Konflikte, Klima und Corona: Extreme Armut und Hunger steigen weltweit dramatisch an

Konflikte und Kriege bleiben dem Bericht zufolge dennoch die Hauptursache für Hungersnöte. Zwei von drei Hungernden leben in Ländern, in denen Krieg herrscht. Hinzu kommen die „massiven Auswirkungen“ wirtschaftlicher Schocks, „verschärft durch die Coronavirus-Pandemie“. Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben*, ist nach Angaben von Oxfam bis Ende 2020 auf 745 Millionen gestiegen, 100 Millionen mehr als noch vor der Corona-Krise. „Corona ist zum Hungervirus mutiert und insbesondere Frauen und Kinder leiden am stärksten unter den Folgen“, erklärte auch die Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, Marlehn Thieme.

Hinzu kommen extreme Wetterereignisse, die auf den Klimawandel zurückgeführt werden. Beinahe 400 wetterbedingte Katastrophen, darunter extreme Stürme und Überschwemmungen, erschwerten das Leben für Menschen in Zentralamerika, Südostasien und dem Horn von Afrika seit Beginn der Pandemie, heißt es im Bericht. (iwe/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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