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Heinz-Christian Strache (Mitte), österreichischer Vize-Kanzler und Johann Gudenus (links), beide FPÖ.

Anspielungen

Welche Rolle spielte Jan Böhmermann?

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Der TV-Satiriker fiel schon vor Wochen mit Anspielungen auf Inhalte des Strache-Videos auf.

Was hat Jan Böhmermann mit dem Skandalvideo zum Fall Heinz-Christian Strache zu tun? Dem TV-Satiriker war das Video schon seit längerem bekannt. Ob er selbst den österreichischen Politiker in die Falle gelockt hat, war zunächst unklar.

In seiner Sendung „Neo Magazin Royal“ am Donnerstagabend hatte ihn sein Gast, der Youtuber Gronkh, am Ende eines völlig unpolitischen Gesprächs gefragt: „Hast du wieder etwas vorbereitet, wofür man dich hasst?“ Böhmermann antwortete mit den Worten: „Das weiß man erst hinterher. Für mich ist es eine ganz normale Sendung. Kann sein, dass morgen Österreich brennt.“

Noch deutlicher war allerdings seine Anspielung schon Wochen davor beim österreichischen Fernsehpreis „Romy“ in Wien Mitte April. In einer eingespielten Videobotschaft entschuldigte er sich dafür, dass er sich seinen Preis nicht persönlich abholen könne, weil er „gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-betankt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchenvilla auf Ibiza rumhängt“ und „über die Übernahme der Kronen-Zeitung verhandelt“.

Böhmermanns Manager Peter Burtz bestätigte am Samstag, dass Böhmermann das heikle Video bereits vor Wochen gekannt hat. Er dementierte aber, dass die Aufnahmen Böhmermann angeboten worden seien. Da sie ihm nicht angeboten worden seien, habe er sie auch nicht abgelehnt. Woher Böhmermann die Aufnahmen kannte, wisse er nicht, sagte Burtz.

Burtz reagierte damit auch auf eine Aussage der Journalistin Leila Al-Serori vom Rechercheteam der „Süddeutschen“ die im ORF erklärt hatte: „Wir wissen, dass Herr Böhmermann das Video auch zugespielt bzw. angeboten bekommen hat, er hat es dann aber abgelehnt, das zu recherchieren.“ Die Existenz des Videos sei bereits seit längerem einem größeren Personenkreis bekannt gewesen.

Eine mögliche Erklärung: Die Sendung „Neo Magazin Royale“ ist auch Mitglied der Rechercheplattform correctiv.de. Dieser war das Video wohl auch bekannt.

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