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Singhammer begründet seine Zustimmung zu den Imam-Kursen in Ägypten mit dem Auftreten des aus der Türkei gesteuerten Islamverbandes Ditib in Deutschland.
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Singhammer begründet seine Zustimmung zu den Imam-Kursen in Ägypten mit dem Auftreten des aus der Türkei gesteuerten Islamverbandes Ditib in Deutschland.

Umschulung in Kairo

Weiterbildung für deutsche Imame

  • Bernhard Honnigfort
    VonBernhard Honnigfort
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Ein ägyptischer Scheich will Imame aus Deutschland zwei Monate zu Anti-Extremismuskursen nach Kairo holen.

Der Großscheich der Azhar-Universität in Kairo hat vorgeschlagen, Imame aus Deutschland im Umgang mit Extremisten zu schulen. Ahmed al-Tayyeb habe ihm angeboten, Imame für zwei Monate in Ägypten im Umgang mit muslimischem Extremismus auszubilden, sagte der CSU-Politiker Johannes Singhammer der Tageszeitung „Die Welt“. Der Vizepräsident des Bundestages war eine Woche in Ägypten und führte Gespräche mit hohen politischen und religiösen Führern. Die Azhar-Universität ist auch Akademie für islamische Studien und Moschee.

Singhammer glaubt, dass deren Einfluss auch in der Bundesrepublik positiv sein könnte: „Die Al-Azhar-Universität ist eine unbestrittene Autorität auch bei Muslimen in Deutschland.“ Die Universität gilt als höchste Instanz in der sunnitischen Welt. Sie arbeitet eng zusammen mit der ägyptischen Führung im Kampf gegen die aus der Regierung entfernten Muslimbrüder und Terroristen.

„Möglicherweise wird das Angebot auch der Bundeskanzlerin vorgestellt“, so Singhammer. Das Angebot bestehe ab sofort. Er schlage vor, es zu prüfen mit dem Ziel, es auch anzunehmen. Kanzlerin Angela Merkel ist am Donnerstagmorgen zu einer zweitägigen Nordafrika-Reise aufgebrochen. Am Mittag will sie mit Ägyptens Staatspräsidenten Abdel Fattah al-Sisi über mögliche Lösungen für die Flüchtlingskrise, die instabile Lage der Region und Wirtschaftskooperationen reden. Nach einem Gespräch mit dem Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Papst Tawadros II., ist auch ein Treffen mit dem Großscheich der Al-Azhar-Moschee geplant.

Singhammer begründete seine Zustimmung zu den Imam-Kursen in Ägypten mit dem Auftreten des aus der Türkei gesteuerten Islamverbandes Ditib in Deutschland: „Besonders deshalb, weil uns die türkische Ditib als größter muslimischer Ansprechpartner durch ihr in der Öffentlichkeit kritisiertes Verhalten zunehmend wegbricht.“

Nach Ansicht des 63-jährigen CSU-Politikers, der im Herbst nicht wieder zur Bundestagswahl antreten will, könnte die Kompetenz der einflussreichen Azhar in Deutschland besonders in der Auseinandersetzung mit der in Ägypten gegründeten und dort als Terrororganisation eingestuften Muslimbruderschaft nützlich sein, deren Einfluss laut Verfassungsschutz auch bis Deutschland reiche. (mit dpa)

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