1. Startseite
  2. Politik

Bundestagspräsidentin: „Wir als Politik müssen das Thema Einsamkeit ernst nehmen, nicht nur an Weihnachten“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anne-Christine Merholz

Kommentare

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas
Bundestagspräsidentin Bärbel Bas weiß, wie hart besonders an den Feiertagen die Einsamkeit die Menschen treffen kann. © imago

Weihnachten, das Fest der Familie. Doch was tun, wenn man niemanden zum Feiern hat? Das rät Bundestagspräsidentin Bärbel Bas.

Berlin – Nach zwei Weihnachtsfesten unter Corona-Bedingungen stehen jetzt die Festtage durch Inflation und Energiepreise wieder unter keinem guten Stern. Für viele Menschen werden es einsame Tage. Deshalb rückt Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) das Problem in den Fokus: „Wir als Politik müssen das Thema Einsamkeit ernst nehmen, nicht nur an Weihnachten. Die Ampel-Parteien haben im Koalitionsvertrag beschlossen, einen Nationalen Präventionsplan sowie konkrete Maßnahmenpakete zum Beispiel zum Thema Einsamkeit zu machen und die Überwindung von Einsamkeit gerade für ältere Menschen in den Blick zu nehmen“, sagt Bas zur Frankfurter Rundschau von IPPEN.MEDIA.

Wie viele feiern Weihnachten allein?

Als langjährige Gesundheitspolitikerin und aus vielen Gesprächen weiß Bas, dass sich viele Menschen an den Feiertagen besonders einsam fühlen. „Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Das ganze Ausmaß des Problems bleibt zu oft hinter verschlossenen Türen“, sagt die Bundestagspräsidentin.

In einer Gesellschaft, die fast zur Hälfte aus Ein-Personen-Haushalten besteht, und nach zwei Jahren Pandemie, ist das Alleinsein für viele ein täglicher Begleiter. In der Anfangszeit der Corona-Krise verstärkten sich laut einer Studie der EU-Kommission Gefühle von Einsamkeit unter den EU-Bürgern deutlich. Bärbel Bas: „Und alle Jahre wieder kommt das Weihnachtsfest mit den allgegenwärtigen Bildern von glücklichen Familien. Und wir dürfen auch nicht vergessen: Menschen können sich auch mitten in der Familienfeier einsam fühlen.“

Was macht man Weihnachten ohne Familie?

Neben der Politik nimmt Bas auch die Bürgerinnen und Bürger in die Pflicht. Es kommt „vor allem auf uns als Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde oder Nachbarinnen und Nachbarn an. Hören wir hin, sehen wir hin!“  Manchmal reiche schon eine kleine Aufmerksamkeit oder ein kurzer Anruf. „Und vielleicht hat ja auch jemand noch Plätze frei am Weihnachtstisch – zum Beispiel für die verwitwete Nachbarin oder den alleinstehenden Bekannten“, so Bas.

Was tun gegen Einsamkeit an Weihnachten?

Und die Bundestagspräsidentin will die Menschen trösten, die Weihnachten allein sind. Bas: „Auch wenn es sich anders anfühlt: Sie sind nicht allein mit ihrer Einsamkeit. Ich ziehe das persönliche Gespräch auch immer vor, aber nutzen Sie die moderne Kommunikation über Telefon oder sogar Video.“ Und weiter: „Wenn Sie gerne Weihnachten feiern, lassen Sie sich das von Ihrer Einsamkeit nicht nehmen und verzichten Sie zum Beispiel nicht auf ihr Weihnachtessen. Nutzen Sie auch Hilfsangebote wie die Telefonseelsorge oder Silbernetz, wo viele engagierte Menschen auch an Weihnachten ein offenes Ohr haben. Diesen Menschen möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich danken, dass sie gerade an den Weihnachtstagen da sind für ihre Mitmenschen.“

Auch interessant

Kommentare