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Brebau

Wegen Rassismus suspendiert

  • vonEckhard Stengel
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Bremer Wohnungsfirma reagiert auf Vorwürfe / Flüchtlingsrat fordert Entschädigung

Nach Rassismus-Vorwürfen gegen die städtische Bremer Wohnungsgesellschaft Brebau hat deren Geschäftsführung jetzt einen Angestellten vom Dienst freigestellt. Von ihm stammten „die Vorschriften zur Auswahl der Mieter“, wie Brebau-Geschäftsführer Bernd Botzenhardt dem „Weser-Kurier“ sagte.

Die Firmenleitung reagierte damit auf Recherchen von Radio Bremen und NDR, wonach das städtische Unternehmen offenbar systematisch Wohnungssuchende benachteiligt hat, wenn sie ausländische Wurzeln haben, homosexuell, suchtkrank oder obdachlos sind oder bisher an „schlechten Adressen“ wohnen. Die Geschäftsführung will davon nichts gewusst haben und äußerte sich „sehr bestürzt und tief betroffen“.

„Die jetzt aufgedeckten Praktiken sind seit Oktober 2019 im Verborgenen geschehen, in einer Gruppe von vier bis sechs Personen“, sagte Botzenhardt. Die FR hatte am Freitag versehentlich die falsche Jahreszahl 2011 erwähnt. Laut Botzenhardt gab es aber keine Anweisungen, Interessent:innen anhand dieser Kriterien komplett abzulehnen. Der Bremer Erwerbslosenverband berichtete dagegen, wer nicht deutsch aussehe, werde bei der Brebau entweder sofort abgewiesen oder auf immer dieselben Straßenzüge verwiesen. „Informelle rassistische Strukturen“ solcher Art gebe es auch bei anderen Wohnungsunternehmen.

Der Bremer Flüchtlingsrat forderte eine Entschädigung von Abgewiesenen.

Der Aufsichtsrat der stadteigenen Brebau traf sich am Freitagnachmittag, um über weitere Konsequenzen zu beraten. Ergebnisse lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Finanzsenator Dietmar Strehl (Grüne), wollte dem Gremium vorschlagen, den früheren Justiz-Staatsrat Matthias Stauch als externen Aufklärer einzusetzen. Strehl nannte die Vorgänge „strukturellen Rassismus“.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), der ebenfalls im Brebau-Aufsichtsrat sitzt, nannte die Vorwürfe „erschütternd und beschämend“. „Rassistische und andere Formen der Diskriminierung bei der Wohnungssuche sind inakzeptabel.“

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