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Wegen Krieg in der Ukraine: Frankreich schickt Atom-U-Boote zu Wasser

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Von: Stefan Brändle

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Frankreichs Atom-U-Boot „Der Schreckliche“ beim Stapellauf 2008. Foto: EPA/MAXPPP/JEAN YVES DESFOUX FRANCE OUT---BELGIUM OUT +++(c) dpa – Report+++
Frankreichs Atom-U-Boot „Der Schreckliche“ beim Stapellauf 2008. © picture-alliance/ dpa

Während in Brüssel die Nato- und G7-Spitzen im Angesicht des Kriegs in der Ukraine zusammenkommen, reagiert Frankreich mit einer militärischen Mobilisierung auf Russlands Eskalationen.

Die französische Marine hat drei ihrer vier atomwaffenbestückten Unterseeboote zu Wasser gelassen und auf Patrouille geschickt. In normalen Zeiten ist immer nur eines der U-Boote unterwegs. Dass gleich drei die Militärwerft in Brest (Bretagne) verlassen haben, ist seit der Entwicklung der nuklearen „Force de Frappe“ noch nie vorgekommen. Eine offizielle Bestätigung für den Schritt gab es nicht. Die französische Marine informiert aus Prinzip nie über die Bewegungen ihrer atomaren Untersee-Flotte. Die Meldung stammt von einem Journalisten. Dass sie trotzdem durchsickerte, legt nahe, dass Paris mit dem Auslaufen der U-Boote ein Signal nach Moskau schicken will: Frankreich ist bereit.

Am Mittwoch hat die französische Luftwaffe zudem eine modernisierte Version der Luft-Boden-Rakete ASMPA von einem Kampfjet Rafale aus getestet, allerdings ohne Atomwaffenladung. Diesen Test hat Armeeministerin Florence Parly offiziell bestätigt.

Frankreich: Vier Atom-U-Boote sind mit je 16 Raketen ausgerüstet

Frankreich hatte schon am 1. März, kurz nach Beginn der russischen Invasion und der Alarmbereitschaft des russischen Atomwaffenarsenals, ein zweites U-Boot aktiviert. Jetzt folgt ein drittes. Das ist die Maximalauslastung: Ein U-Boot muss immer im Trockendock überholt werden.

Frankreich verfügt über gut 300 Atomsprengköpfe. Jeweils drei der vier Atom-U-Boote (Le Triomphant, Le Téméraire, Le Vigilant und Le Terrible) sind mit je 16 Raketen ausgerüstet, von denen jede mehrere Sprengköpfe umfasst. Dazu kommen nach unbestätigten Angaben etwa 50 Luft-Boden-Atomraketen (ASMPA), getragen von Rafale-Jägern. Sie können auch vom Flugzeugträger Charles-de-Gaulle starten.

Die 300 französischen Sprengköpfe sind die einzigen Atomwaffen im EU-Raum. Großbritannien verfügt seinerseits über 220 Sprengköpfe. Dagegen stehen 6200 Sprengköpfe Russlands und 5500 der USA; China dürfte bereits auf 350 kommen.

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