Belarus

Wechselspiele beim Geheimdienst

Lukaschenko baut seinen Machtapparat um.

Inmitten andauernder Proteste in Belarus hat der autoritäre Staatschef Alexander Lukaschenko mehrere Positionen im Sicherheitsapparat neu besetzt. Dabei verlässt er sich auf seine Vertrauten: Neuer Chef des Geheimdienstes KGB werde Iwan Tertel, meldete die Staatsagentur Belta am Donnerstag in Minsk. Er gehörte bislang als Leiter des staatlichen Kontrollausschusses der Regierung an und löst Waleri Wakultschik an der Spitze des gefürchteten Geheimdienstes ab.

Der bisherige KGB-Chef soll Staatssekretär des Sicherheitsrats werden. Lukaschenko verwies darauf, dass Wakultschik alle Geheimdienste und Behörden um sich vereinen könne. Dies sei wichtig, „um die Aufgaben zu erfüllen, die uns heute gestellt werden“, sagte der Präsident.

Die Personalentscheidungen wurden kurz vor einem Besuch des russischen Ministerpräsidenten Michail Mischustin in Minsk bekanntgegeben. Bei den Gesprächen sollte es auch um Schulden gehen, die Minsk in Moskau hat. Die Wirtschaft in Belarus ist abhängig von Russland, das etwa Öl und Gas liefert. Minsk bemüht sich seit der Wahl um ein deutlich besseres Verhältnis zum großen Nachbarn Russland.

Lukaschenko warf dem Ausland erneut vor, über die Proteste Einfluss in Belarus zu nehmen: „Es kommt aus Polen, Tschechien, Litauen und der Ukraine, was uns am meisten beunruhigt.“ (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare