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USA: Washington bereitet sich auf Truckerproteste vor - Pentagon schickt Truppen

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Von: Sonja Thomaser

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Die Trucks beginnen ihren Trip durch die USA.
Die Trucks beginnen ihren Trip durch die USA. © MARIO TAMA/afp

Nun planen auch US-Trucker Konvois und Belagerungen nach kanadischem Vorbild. Sie fordern die sofortige Aufhebung der Corona-Beschränkungen in den USA.

Washington - Nach dem Vorbild der jüngsten Trucker-Proteste in Kanada planen Lkw-Fahrer:innen in den USA eine Überlandfahrt in Richtung Washington D.C., um gegen die Corona-Beschränkungen zu protestieren.

Die Organisatoren der sogenannten People’s Convoy (zu Deutsch Volkskonvois) sagen, sie wollen „die Wirtschaft ankurbeln“ und das Land wieder öffnen. Ihre elftägige Fahrt, die auf 4000 km geschätzt wird, wird sich am 5. März 2022 dem Beltway nähern, der die US-Hauptstadt umgibt, „aber nicht nach DC führen“, heißt es in einer Erklärung, berichtet Al Jazeera.

Über Online-Foren wurden separate Lkw-Konvois mit Namen wie People‘s Convoy und American Truckers Freedom Fund geplant – alle mit unterschiedlichen Startpunkten, Abfahrtsdaten und Routen. Einige sollen rechtzeitig zur Rede von Präsident Joe Biden zur Lage der Nation am 1. März 2022 eintreffen, andere erst später.

Truckerproteste in den USA nach kanadischem Vorbild

Die Konvois folgen dem jüngsten Protest der kanadischen Trucker, der den verkehrsreichsten Grenzübergang zwischen den USA und Kanada schloss und wochenlang die Straßen der Hauptstadt Ottawa belagerte, um gegen die Beschränkungen aufgrund des Coronavirus zu protestieren. Die Blockaden wurden letzte Woche von der Polizei mit mehr als 100 Verhaftungen aufgelöst.

Die Websites, die die amerikanischen Trucker-Konvois organisieren, beziehen sich direkt auf die Inspiration der kanadischen Bewegung. Eine Erklärung auf der Website von People‘s Convoy ist eine Hommage an „unsere tapferen und mutigen Nachbarn im Norden – unsere kanadischen Brüder und Schwestern, die den Angriff angeführt haben“.

Coronamaßnahmen in den USA: Angeblich „unwissenschaftliche Übertreibung“

Die US-Konvois streben eine sofortige Aufhebung der ihrer Meinung nach zu strengen staatlichen Pandemiebeschränkungen wie Maskenmandate und Impfanforderungen an. Auf der Website des American Truckers Freedom Fund heißt es, die Gruppe protestiere gegen eine angeblich „unwissenschaftliche, verfassungswidrige Übertreibung der Regierung“.

Vorbereitungen in Washington auf einen möglichen Trucker-Protest.
Vorbereitungen in Washington auf einen möglichen Trucker-Protest. © ANNA MONEYMAKER/afp

Brian Brase, ein Lastwagenfahrer und einer der Organisatoren, sagte laut Al Jazeera „wir fahren nirgendwo hin“, bis die Forderungen der Gruppe erfüllt seien. Zu diesen Forderungen gehört ein Ende der Corona-Impfstoff- und Maskenanforderungen.

Die meisten US-Bundesstaaten lockern bereits einige Beschränkungen. In Kalifornien, wo der Konvoi am Mittwoch (23.02.2022) begonnen hat, wurden letzte Woche die allgemeinen Maskenanforderungen aufgehoben. Masken für geimpfte Personen sind nur in Hochrisikobereichen wie öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen und Gesundheitseinrichtungen erforderlich. Ein weiterer Konvoi soll am Mittwochmorgen Scranton, Pennsylvania, Bidens Heimatstadt, verlassen und irgendwann am Nachmittag auf dem Beltway ankommen.

Pentagon genehmigt Truppeneinsatz in Washington

Es bleibt abzuwarten, ob die US-Konvois versuchen werden, Washingtons Straßen aktiv zu sperren, so wie es ihre kanadischen Trucker in Ottawa taten. Einige Konvoi-Organisatoren haben von Plänen gesprochen, kurz durch die Stadt zu rollen und sich dann darauf zu konzentrieren, den Beltway zu schließen.

Unterdessen hat das Pentagon den Einsatz von 700 Nationalgardist:innen in Washington genehmigt, um sich auf die Proteste vorzubereiten. Nach Angaben des Pentagon werden die Truppen unbewaffnet sein und sich auf die Verkehrskontrolle und die Unterstützung an „ausgewählten Eingangspunkten des Kapitols“ beschränken. (sot)

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