Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Erika Steinbach (parteilos) mit Alexander Gauland und Kay Gottschalk (beide AfD).
+
Erika Steinbach (parteilos) mit Alexander Gauland und Kay Gottschalk (beide AfD).

Kampagne gestartet

Bildungsstätte Anne Frank warnt vor AfD-Stiftung

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
    schließen

Die Bildungsstätte Anne Frank warnt vor der Desiderius-Erasmus-Stiftung. Diese könnte Steuer-Millionen erhalten und steht der AfD nahe.

Frankfurt – Eine Aufklärungskampagne zur Desiderius-Erasmus-Stiftung hat die Bildungsstätte Anne Frank am Donnerstag in Frankfurt gestartet. Die AfD-Stiftung verbreite extrem rechte und revisionistische Positionen. Bei einem Wiedereinzug der Rechtsaußen in den Bundestag würde sie mit Steuergeld in Millionenhöhe unterstützt. Ein Stiftungsgesetz könne dies verhindern. Dafür will die Organisation jetzt bei Bundestagsabgeordneten werben. In ihrem Kampagnenvideo kommen zahlreiche prominente Unterstützer zu Wort; von Ex-CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz über die ehemalige Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete, den Kabarettisten Max Uthoff und die deutsch-französische Journalistin Beate Klarsfeld bis hin zu Christoph Lübcke – Sohn des ermordeten hessischen CDU-Politikers Walter Lübcke.

Politische Bildung im Sinne der AfD mit Steuern

Sogenannte Parteinahe Stiftungen betreiben politische Bildung im Sinne ihrer Mutterparteien. Ihr Verhältnis zur Demokratie wird bisher nicht hinterfragt. Sie werden zum größten Teil aus staatlichen Mitteln finanziert – zu 90 Prozent aus Bundesmitteln. Anspruch auf diese Mittel haben sie nach einem Beschluss des Bundestags erst ab der zweiten Legislatur.

Das könnte passieren, wenn die AfD bei der Bundestagswahl am 26. September genug Stimmen bekommt. Das gelte es zu verhindern, sagte Saba-Nur Cheema, Pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank. „Die Erasmus-Stiftung verschafft menschenfeindlichen Positionen einen intellektuellen Anstrich – das macht sie besonders gefährlich.“ Sie bemühe sich in Schulen und Universitäten Fuß zu fassen. Mit Millionen aus dem Bundeshaushalt werde sie weiter an Einfluss gewinnen.

Nur ein „bürgerliches Antlitz“ für die AfD?

Die Funktion der vor drei Jahren gegründete Stiftung sei, „der AfD ein bürgerliches Antlitz zu geben und so auch in gesellschaftliche Kreise vorzudringen, zu denen die Partei selbst längst keinen Zugang mehr hat“. Nur vordergründig seien die von ihr veranstalteten Vorträge und Diskussionsabende harmlos. Das zeige das Führungspersonal, so Cheema. Stiftungsvorsitzende Erika Steinbach etwa nenne AfD-Kinder „die neuen Judenkinder“. Kuratoriumsmitglied Marc Jonge lehne das Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus ab.

An der Spitze der Stiftung tummelten sich „Rassentheoretiker und Verschwörungsideologen, völkische Pseudowissenschaftler und knallharte Rechtsextreme aus dem Umfeld der Identitären Bewegung und des Antaios-Verlags von Götz Kubitschek“, sagte Cheema und warnte vor den verheerende Wirkung. „Stellen Sie sich vor, dass Hunderte rechtsextremer Kader vom Schlag eines Björn Höcke in die Schulen, Universitäten, Museen, Gedenkstätten, YouTube-Kanäle und Leitmedien strömen.“

Aufklären über die AfD-Stiftung

Die Bildungsstätte Anne Frank versteht sich als Zentrum für politische Bildung und Beratung in Hessen. An ihren beiden Standorten in Frankfurt und Kassel entwickelt sie Konzepte und Methoden, um Jugendliche und Erwachsene gegen Antisemitismus, Rassismus und verschiedene Formen von Diskriminierung zu sensibilisieren. Mit dem Kampagnenvideo wollen die Expert:innen nun in Schulen und andere Bildungsstätten gehen, um über die Hintergründe der AfD-Stiftung aufzuklären. Für das Frühjahr kündigte Cheema einen Entwurf für eine Stiftungsgesetz an: „Zur Zeit sind wir in Gesprächen mit den Parteien.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare