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Heute Warntag und Testlauf der Warnsysteme – Sirenen um 11 Uhr

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Von: Katja Thorwarth

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Bei Katastrophen und Krisen wird die Bevölkerung informiert: Per Radio und TV, auf öffentlichen Anzeigetafeln und über Smartphones. Doch funktioniert das auch?

Berlin/Frankfurt - Im September 2020 hatte der Bund einen bundesweiten Warntag angesetzt. Die Aktion war seinerzeit schiefgegangen und von Pannen bestimmt. So verzögerte sich etwa die zentrale bundesweite Probewarnung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe um 30 Minuten.

Am heutigen Donnerstag (8. Dezember) steht erneut ein bundesweiter Warntag an – doch die Vorzeichen sind gänzlich andere. Die Corona-Pandemie mag sich normalisieren, dafür sind der Ukraine-Krieg und die Energiekrise hinzugekommen. Im Internet zeigen „Prepper“, wie man bei einem Blackout mehrere Tage ohne Strom auskommt. Im Juli 2021 starben 134 Menschen bei der Jahrhundertflut im Ahrtal. Jetzt sollen um 11 Uhr die Alarmstrukturen in Deutschland getestet werden.

 NINA Bundesamt für Bevölkerung
Die NINA-App kann vom BKK genutzt werden. (Symbolbild) © Rüdiger Wölk/Imago

Bundesweiter Warntag 2022: Warn-SMS, Meldungen per Warnapps und Durchsagen in Radio und Fernsehen

Die Menschen dürften entsprechend sensibilisiert sein, wenn die Behörden bundesweit die für den Katastrophenfall vorgesehenen Warnsysteme auslösen. Sie erhalten unter anderem Warn-SMS, Meldungen per Warnapps oder hören Durchsagen in Radio und Fernsehen.

Warntag 2020

In der Tagesschau vom 10. September 2020 taucht die Meldung erst am Ende auf. Jan Hofer erklärt zum ersten bundesweiten Warntag seit der Wiedervereinigung: „Probealarm fehlgeschlagen“.

Landesweit sollte getestet werden, wie gut die Bevölkerung etwa vor einer Naturkatastrophe, einem Stromausfall oder einem Anschlag gewarnt wird. Doch vielerorts blieben die Sirenenhörner stumm und viele App-Nutzer empfingen die Probewarnung gar nicht oder erst mit einer halben Stunde Verspätung. Ein Desaster für das zuständige Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Der damalige BBK-Chef Christoph Unger musste gehen, das Innenministerium unter Horst Seehofer bezeichnete den Probealarm als „fehlgeschlagen“. Die Gesellschaft reagierte vor allem mit Spott: War ja klar, dass unsere Verwaltung das nicht hinbekommt; ach ja, die Digitalisierung in Deutschland.

Nur wenige fragten sich: Was wäre, wenn es tatsächlich zu einer Katastrophe kommen würde? Im Ernstfall hätten viele Menschen davon an diesem 10. September 2020 nichts mitbekommen - zumindest nicht von offizieller Stelle.

Auch auf Anzeigentafeln im Stadtbild werden die amtlichen Warnungen dann zu sehen sein. Der Warntag soll die technischen und organisatorischen Abläufe einem Härtetest unterziehen und die Menschen zugleich für das Thema sensibilisieren. (ktho/afp)

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