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Kreml-Kritiker warnt: Putin will wohl in Nato-Länder einfallen

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Von: Christian Stör

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Wladimir Putin
Was sind die Ziele von Wladimir Putin im Ukraine-Krieg? © Mikhail Metzel / Imago Images

Michael Chodorkowski fordert die Nato unmissverständlich dazu auf, die Ukraine weiter zu unterstützen.

Moskau/Paris – Welche Ziele verfolgt Wladimir Putin? Im Augenblick vermag wohl niemand zu sagen, was der russische Präsident im Ukraine-Krieg, der in Russland nur als Spezialoperation gilt, letztlich erreichen will. Sicher ist es ihm darum zu tun, die Ukraine im russischen Einflussbereich zu halten und die Integration des Landes in die Nato und die EU zu verhindern. Aber was sonst?

Nun hat sich der im Exil lebende russische Oligarch Michail Chodorkowski zu Wort gemeldet. Der prominente Kritiker des Kremls, der von 2003 bis 2013 in Russland in Haft saß, sprach in einem Interview mit dem TV-Sender Euronews davon, dass Putin irgendwann auch einen Krieg auf dem Territorium der Nato führen werde, wenn es der Ukraine nicht gelingen sollte, den Krieg siegreich zu beenden.

Ukraine News: Putin könnte Krieg auf Nato-Gebiet ausweiten

Chodorkowski forderte die Nato auch dazu auf, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj weiterhin mit Waffen und Hilfsgütern zu versorgen, um das russische Militär zu bekämpfen. Chodorkowski sagte gegenüber Shona Murray, dass die Nato im Augenblick eine großartige Gelegenheit habe, „der Ukraine bei der Verteidigung ihrer Souveränität zu helfen, indem sie sich an diesem Krieg mit Waffen, Vorräten und der Ausbildung ukrainischer Soldaten beteiligt, anstatt auf ihrem eigenen Territorium zu kämpfen.“

Für den Fall aber, dass diese Chance verpasst werde, sprach Chodorkowski eine unmissverständliche Warnung aus: „In einigen Jahren oder vielleicht sogar früher wird die Nato direkt in diesen Krieg verwickelt sein, weil er auf dem Territorium eines Nato-Landes stattfinden wird.“

Ukraine News: Nato muss mehr Unterstützung leisten

Als Murray Chodorkowski fragte, ob er der Meinung sei, dass sich die Nato direkt in der Ukraine engagieren sollte, sagte er, das Bündnis müsse alles dafür tun, um sicherzustellen, dass Wladimir Putin sich nicht durchsetze. „Diejenigen, die glauben, man könne sich irgendwie mit einem Angreifer einigen, wiederholen die Fehler vieler ihrer Vorgänger“, sagte er.

Der Kreml-Kritiker fügte hinzu, dass die Waffen und Vorräte, die die Nato in die Ukraine geschickt habe, im Vergleich zu der beträchtlichen Menge an Waffen in Putins Arsenal unzureichend seien. „Wenn die Nato will, dass der Krieg auf dem Territorium der Ukraine gelöst wird, dann muss sie natürlich viel systematischere Unterstützung leisten“, sagte er. (cs)

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