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Wahnhaft bis zum Ende

Hitlers Tod vor 60 Jahren

Von ERNST PIPER

Die Hoffnung stirbt zuletzt, vor allem wenn sie nur Illusion ist. Als die sowjetischen Panzer schon in den Außenbezirken von Berlin standen, glaubten in der Führungsriege des Dritten Reiches immer noch einige an die Möglichkeit eines Separatfriedens mit den Westalliierten. Am 28. April 1945 wurde bekannt, dass die Westalliierten ein Kapitulationsangebot Heinrich Himmlers abgelehnt hatten. Hitler, der sich bis zuletzt an die wahnhafte Vorstellung klammerte, dass noch eine Wendung des militärischen Geschehens möglich sei, war außer sich über den "schamlosesten Verrat der deutschen Geschichte". Himmler wurde aller Ämter enthoben, sein Stellvertreter im Führerhauptquartier, der SS-Oberführer Hermann Fegelein, der mit der Schwester von Eva Braun verheiratet war, als angeblicher Mitwisser standrechtlich erschossen.

Nachdem selbst sein "treuer Heinrich" ihn verlassen hatte, fasste Hitler den Entschluss, seinem Leben ein Ende zu setzen. Sein Kampfgefährte Benito Mussolini war am 28. April von Partisanen aufgegriffen und ohne Umstände erschossen worden. Die an den Füßen aufgehängte Leiche hatte eine erregte Menschenmenge bespuckt und mit Steinen beworfen. Ein solches Ende wollte Hitler unter allen Umständen vermeiden. "Ich will nicht Feinden in die Hände fallen, die zur Erlustigung ihrer verhetzten Massen ein neues, von Juden arrangiertes Schauspiel benötigen", schrieb er in seinem Testament. Er wollte auch nicht, "daß meine Leiche von den Russen in einem Panoptikum ausgestellt wird". Deshalb wollte er sich erschießen und verpflichtete seine Getreuen, die Leiche zu verbrennen.

Doch so weit war es noch nicht: Mitte April war Eva Braun nach Berlin gekommen. Jeder wusste, was das zu bedeuten hatte: Die Geliebte wollte mit ihrem Adolf das Ende teilen. Am 29. April wurden die beiden von einem eilends herbeigeholten Gauamtsleiter standesamtlich getraut. Adolf Hitler und Eva Braun waren rein arischer Abstammung und frei von Erbkrankheiten, vermerkte das Protokoll.

Am 30. April meldete der Wehrmachtsbericht: "Das heroische Ringen um das Zentrum der Reichshauptstadt hält mit unverminderter Heftigkeit an. In erbitterten Häuser- und Straßenkämpfen halten Truppen aller Wehrmachtsteile, Hitlerjugend und Volkssturm den Stadtkern. Ein leuchtendes Sinnbild deutschen Heldentums." Versprengte Soldaten, Jugendliche, alte Männer, die kaum bewaffnet waren, und von Dönitz herbeigeschaffte Matrosen waren zur Verteidigung Berlins angetreten. Diesen 100 000 Mann standen zweieinhalb Millionen gut ausgerüstete sowjetische Soldaten gegenüber, die von Tausenden von Geschützen, Panzern und Flugzeugen unterstützt wurden. Wie das "heroische Ringen" ausgehen würde, stand also nicht in Zweifel.

Um 15 Uhr 15 verabschiedete Hitler seinen Kammerdiener: "Linge, ich werde mich jetzt erschießen. Sie wissen, was Sie zu tun haben." 15 Minuten später war er tot. Das sinnlosen Sterben auf den Schlachtfeldern ging noch zehn Tage weiter.

Serie: 1945 - 2005, der historische Rückblick

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