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Die Sozialdemokraten umgarnen die Populisten.

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Wahlziel Niedertracht

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Dänische Mitte-Rechts-Politiker erkaufen sich die Regierungsmehrheit, indem sie den Rechtspopulisten die Herrschaft über die Ausländerpolitik überlassen.

Nur Menschenverächter und Brunnenvergifter kommen darauf, die Integration von Flüchtlingen aus den Gesetzen zu streichen und durch Abschiebung als Ziel zu ersetzen. Die dänischen Politiker, die das an diesem Donnerstag im Parlament durchwinken, wissen genau, dass ihr reiches, mit einem freundlichen Alltag gesegnetes Land ohne einen steigenden Anteil von Zuwanderern weder den Wohlstand noch den freundlichen Alltag bewahren kann. Was für sie zählt, ist einzig der bevorstehende Wahlkampf.

Seit zwei Jahrzehnten erkaufen sich dänische Mitte-Rechts-Politiker die Regierungsmehrheit, indem sie den Rechtspopulisten die Herrschaft über die Ausländerpolitik überlassen. Darin eingebaut ist der Zwang zu immer weitergehender verbaler und handfester Brutalität, weil es sonst keine Stimmen mehr bringt.

Sogar die Sozialdemokraten haben sich diese lebensgefährliche Logik zu eigen gemacht. Sie umgarnen die Populisten mit Unterstützung auch für deren niederträchtigste Vorschläge. Die jüngste Propaganda-Offensive zur Isolierung abgelehnter Asylbewerber mit Vorstrafe auf einer „öden Insel“ ist allerdings beim Wahlvolk ziemlich verpufft. Vielleicht dämmert immer mehr Dänen, dass die Brunnenvergifter auch praktisch nichts zu bieten haben.

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